Literatur-News

Kurd Laßwitz Preis: Die Nominierungen

Der Kurd Laßwitz Preis ist ein alljährlich in bis zu acht Kategorien vergebener Literaturpreis zur deutschsprachigen Science Fiction. Seit 38 Jahren stimmen die professionell in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätigen Autoren, Übersetzer, Lektoren, Verleger, Graphiker und Fachjournalisten über die besten Neuerscheinungen des Vorjahres ab. Der Preis ist nicht dotiert. Nachfolgend die Nominierungen zum Kurd Laßwitz Preis für die besten Science-Fiction-Werke des Jahres 2017. Der Wahlbogen basiert auf 256 Nominierungsvorschlägen von 41 Wahlberechtigten, sowie den 95 Bewertungen des Vor­auswahlgremiums, was zu den 55 Nominierungen führte, die an über 200 Abstimmungsberechtigten zur Wahl gesandt wurden. In den Kategorien Übersetzung und Hörspiel bewertet jeweils eine Fachjury. Die Wahl endet Ende Mai, Anfang Juni werden die Ergebnisse bekanntgegeben. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des 14. ElsterCons, eines literarischen Symposiums zur Science Fiction, das dieses Jahr vom 21. bis 23. September im Haus des Buches in Leipzig unter dem Motto "Ferne Welten" stattfindet.

Bester deutschsprachiger SF-Roman mit Erstausgabe 2017:
Dirk van den Boom: "Die Welten der Skiir" (Cross Cult)
Andreas Brandhorst: "Das Erwachen" (Piper)
Uwe Hermann: "Versuchsreihe 13 - Die Epidemie" (Atlantis)
Claudia Kern: "Divided States of America" (Cross Cult)
Marc-Uwe Kling: "QualityLand" (Ullstein)
Jens Lubbadeh: "Neanderthal" (Heyne)
Michael Marrak: "Der Kanon mechanischer Seelen" (Amrûn)
Kai Meyer: "Die Krone der Sterne" (Tor)
Matthias Oden: "Junktown" (Heyne)
Uwe Post: "Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili" (Atlantis)
Doron Rabinovici: "Die Außerirdischen" (Suhrkamp)

Beste deutschsprachige SF-Erzählung mit Erstausgabe 2017:
Uwe Hermann: "Das Internet der Dinge" (in: "Spektrum der Wissenschaft" 6/2017)
Uwe Hermann: "Der Raum zwischen den Worten" (in: "Exodus" 36)
Oliver Koch: "Ans Tageslicht" (in: Peggy Weber-Gehrke (Hrsg.): "Meuterei auf Titan", Modern Phantastik)
Nikolaj Kohler: "Protoplasma mit Hut" (in: Ellen Norten (Hrsg.): "Das Alien tanzt Kasatschok", p.machinery)
Frank Lauenroth: "Omega 4"  (in: Peggy Weber-Gehrke (Hrsg.): "Meuterei auf Titan", Modern Phantastik)
Jacqueline Montemurri: "Störfall" (in: Peggy Weber-Gehrke (Hrsg.): "Meuterei auf Titan", Modern Phantastik)
Monika Niehaus "Ein halbes Dutzend Eier" (in: Ellen Norten (Hrsg.): "Das Alien tanzt Kasatschok", p.machinery)
Melanie Vogltanz: "PET" (in: Nadine Muriel / Stefan Cernohuby (Hrsg.): "Das Dimensionstor", Amrûn)
Ernst Wegbreiter (= Angela & Karlheinz Steinmüller + Erik Simon): "Die größte Reise" in: Angela Steinmüller / Karlheinz Steinmüller / Erik Simon, "Leichter als Vakuum", Memoranda)

Bestes ausländisches Werk zur SF mit deutschsprachiger Erstausgabe 2017:
Pierre Bordage: "Die Sphären" (Heyne)
Omar El Akkad: "American War" (S. Fischer)
Maja Lunde: "Die Geschichte der Bienen" (btb)
Ian McDonald: "Luna" / "Wolfsmond" (Heyne)
Nnedi Okorafor: "Das Buch des Phönix" (Cross Cult)
Jeff VanderMeer: "Borne" (Kunstmann)
Connie Willis: "Dunkelheit" / "Licht" (Cross Cult)

Beste Übersetzung zur SF ins Deutsche, erstmals erschienen 2017:
Frank Böhmert für die Übersetzung von Daryl Gregorys "Afterparty" (Tor)
Michael Kellner für die Übersetzung von Jeff VanderMeers "Borne" (Kunstmann)
Bernhard Kempen für die Übersetzung von Ann Leckies "Imperial Radch"-Trilogie (Heyne)
Bernhard Kempen für die Übersetzung von John Scalzis "Kollaps" (Tor)
Claudia Kern für die Übersetzung von Connie Willis' "Dunkelheit" / "Licht" (Cross Cult)
Pia Oberacker-Pilick für die Übersetzung von Vlad Hernández' "Krieg der Schrecken" (Saphir im Stahl)
Helga Parmiter für die Übersetzung von Peter Newmans "Vagant" (Cross Cult)
Helga Parmiter für die Übersetzung von Linda Nagatas "Funkstille" (Cross Cult)
Gerd Rottenecker & Susanne Gerold für die Übersetzung von Anthony O'Neills "Dark Side" (Knaur)
Peter Torberg für die Übersetzung von China Miévilles "Dieser Volkszähler" (Liebeskind)

Beste Graphik zur SF (Titelbild, Illustration) einer deutschsprachigen Ausgabe, erstmals erschienen 2017:
Lothar Bauer für das Titelbild zu Axel Kruses "Luna Incognita" (Atlantis)
Dirk Berger für das Titelbild zu "phantastisch!" 67 
Thomas Hofmann für das Titelbild zu Angela Steinmüller / Karlheinz Steinmüller / Erik Simon "Die Wurmloch-Odyssee" (Memoranda)
Michael Marrak für das Titelbild und die Illustrationen zu Michael Marraks "Der Kanon mechanischer Seelen" (Amrûn)
Greg Ruth für das Titelbild zu Nnedi Okorafors "Das Buch des Phönix" (Cross Cult)
Meike Schultchen für das Titelbild zu "Exodus" 36
Andreas Schwietzke für das Titelbild zu "Andromeda Nachrichten" 257 
Andreas Schwietzke für das Titelbild zu "Andromeda Nachrichten" 259 
Julian Tapprich für das Titelbild zu Sebastian Guhrs "Die Verbesserung unserer Träume" (Luftschacht)
Jens Maria Weber für das Titelbild und die Illustrationen zu Kai Meyers "Die Krone der Sterne" (Tor)

Bestes deutschsprachiges SF-Hörspiel mit Erstsendung von 2017:
"Die Prometheus-Protokolle" von Thomas Feuerstein (ORF)
"Der Wald" von Martin Heindel (WDR)
"Paradise Revisited" von Bodo Traber (WDR)

Sonderpreis für herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen SF 2017:
Bernd Behr für langjährige Betreuung der Story-Rubrik im c't-Magazin
Das DortCon-Komitee (Arno und Gabriele Behrend, Torsten Frantz, Utz Benscheid, Irma Leu, Michael und Astrid Ehrt, Lars Adler und Thomas Recktenwald) für die langjährige Veranstaltung des DortCons mit dem EuroCon 2017 als Höhepunkt
Mike Hillenbrand und sein Team für die Planung und Organisation der Phantastika 2017 in Oberhausen
Thomas Le Blanc für den Aufbau und Erhalt der Phantastischen Bibliothek Wetzlar
Uschi Zietsch und Gerald Jambor für 30 Jahre Fabylon Verlag

Gestorben: Philip Kerr (1956-2018)

Der schottische Schriftsteller Philip Kerr ist gestern gestorben. 1989 erschien mit "Feuer in Berlin" sein erster Roman um den Privatdetektiv Bernhard Gunther, der im Berlin der 30er Jahre ermittelt. Diese Reihe führte er bis zuletzt mit rund einem Dutzend weiterer Romane fort; Band 11, "Kalter Frieden", erscheint hierzulande kommenden Monat. Weitere bekannte Romane von ihm waren unter anderem "Game over" (2004) und "Der Pakt" (2005). Kerr wurde unter anderem zweimal mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Seit 2005 schrieb er als P. B. Kerr die Fantasy-Kinderbuch-Serie "Die Kinder des Dschinn".

Erschienen: "Anno 2222" / "Die Weltensegler" / "Vom Mars zur Erde"

Im Verlag Dieter von Reeken ist eine Neuausgabe der drei Science-Fiction-Romane "Anno 2222", "Die Weltensegler" und "Vom Mars zur Erde" von Albert Daiber in einem Band erschienen. Die hier als Nachdruck im Neusatz vorgelegte Erzählung "Anno 2222" erschien 1905 im Stuttgarter Verlag Strecker & Schröder. Eine weitere Auflage erschien noch im gleichen Jahr. Hingegen konnte leider nicht genau ermittelt werden, wann die hier als Nachdrucke vorliegenden Romane "Die Weltensegler" und" Vom Mars zur Erde" verfasst und wann sie zum ersten Mal erschienen sind, denn weder das jeweilige Impressum noch die bibliographischen Verzeichnisse wie zum Beispiel das Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums liefern hierzu eindeutige Angaben, sondern nennen in Klammern (also geschätzt) für die 2. Auflage der "Weltensegler" und für die 1. Auflage von "Vom Mars zur Erde" das Jahr 1910. Einige Indizien belegen allerdings, dass der Band "Die Weltensegler" spätestens 1909 erschienen ist. (Paperback mit Klappenbroschur, 332 Seiten, 33 Abbildungen, ausführliches Nachwort, 22,50 EUR, ISBN 978-3-945807-20-0)

Erschienen: "Doktor Watson und das Geheimnis der Affenmumie"

Im Arunya-Verlag ist in der von Alisha Bionda herausgegebenen Reihe "Baker Street Tales" als Band 8 die Novelle "Doktor Watson und das Geheimnis der Affenmumie" von Barbara Büchner erschienen. (eBook, Cover​ und Innengrafik: Shikomo​, 2.99 EUR)

Der Verlag: Sherlock Holmes fährt nach Rom - und verbietet Watson, sich derweil um eventuelle neue Fälle zu kümmern. Aber da kommt Mrs. Hudson mit der rätselhaften "hüpfenden Schachtel", und Watson beschließt zu zeigen, dass auch in ihm ein genialer Detektiv steckt. Bald jedoch findet sich der gute Doktor verstrickt in die Machenschaften dämonischer Mächte aus alttestamentarischer Zeit und hat alle Hände voll zu tun, um den Fall zu lösen - und seine Haut zu retten!

News in Kürze: James Tiptree, Jr. Award, Andreas Eschbach & mehr

"Who Runs the World?" von Virginia Bergin hat in diesem Jahr den James Tiptree, Jr. Award gewonnen, er wird auf dem Wiscon 42 Ende Mai vergeben; die Gewinnerin erhält unter anderem 1000,00 US-Dollar.

Andreas Eschbach war am Freitag zu Gast bei einer Talkrunde zum Thema "Die Kraft des Utopischen" auf der Leipziger Buchmesse, das Ganze wurde aufgezeichnet und online gestellt von 3sat, hier. Dort hat der Autor auch mitgeteilt, dass sein neuer Roman im Oktober erscheint, "Nationales Sicherheitsamt" heißen wird und in einer Parallelwelt im Jahr 1933 spielt.

Am 6. April erscheint der 171. "Perry Rhodan NEO"-Roman, mit "Brennpunkt Eastside" von Arno Endler legt man den Startpunkt zum neuen Zyklus "Die Blues". Mehr dazu findet sich hier.

News in Kürze: Uwe Helmut Grave ist gestorben & mehr

Der 1955 geborene deutsche Science-Fiction-Autor Uwe Helmut Grave ist, wie erst jetzt bekannt wurde, in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar gestorben. Er wirkte von 1999 bis 2015 an verschiedenen "Ren Dhark"-Projekten mit; beginnend mit der Zusammenfassung der Bücher des Classic-Zyklus über Beiträge zu "Sternendschungel Galaxis", "Der Mysterious", "Forschungsraumer Charr", den "Bitwar"-Zyklus und zuletzt "Weg ins Weltall".

2019 wird es einen "Perry Rhodan"-Tischkalender geben. Für jede Woche gibt es ein Bildmotiv, das im Format einer Postkarte ist und das man heraustrennen kann. Damit kommt der Kalender auf insgesamt 53 Abbildungen. Veröffentlicht wird der Kalender vom Hirnkost-Verlag, die Illustrationen stammen allesamt von Dirk Schulz.

In Leipzig wurde gestern der SERAPH vergeben. Zum Besten Debüt gekürt wurde Theresa Hannigs "Die Optimierer" (Bastei Lübbe), zum Besten Buch Michael Marraks "Der Kanon mechanischer Seelen" (Amrûn) und zum Besten Independent-Titel Janna Ruths "Im Bann der zertanzten Schuhe".

News in Kürze: Andy Weir, Lukas Hainer & mehr

Das kürzliche Erscheinen des neuen Romans von Andy Weir, "Artemis", nimmt dessen Verlag zum Anlass im verlagseigenen Portal "die zukunft" eine Kurzgeschichte online zu stellen, die einen Blick auf das Leben, das Sterben und den Sinn der menschlichen Existenz wirft. Zu finden ist "Das Ei" vom Autor des Beststellers "Der Marsianer" hier.

Von Piper kommt ein Trailer zum Roman "Das dunkle Herz" von Lukas Hainer, der kürzlich erschienen ist. In diesem erwacht ein Mädchen von einem Moment auf den anderen in einer fremdartigen Wüste, und es beginnt für sie ein Kampf ums Überleben. Der Trailer findet sich hier.

Wolfgang Hohlbein ist am 14. April auf dem Luxcon, dort wird er eine Lesung halten und an einer Diskussionsrunde teilnehmen.

Erschienen ist bei Zaubermond der 53. Band der Serie "Das Haus Zamis". Eine kurze Leseprobe aus dem neuen Roman "Das Galgenhaus…" hat man passend dazu hier online gestellt.

Neu im April: "Die Grüne Muse"

Ende April erscheint im Fabylon Verlag die von Alisha Bionda herausgegebene Anthologie "Die Grüne Muse", die ab jetzt vorbestellbar ist. (Paperback, 284 Seiten, 15,90 EUR, ISBN 978-3-9-46773-07-8 (auch als eBook in Vorbereitung))

Der Verlag: Er ist legendär - Absinth! Im 18. Jahrhundert in der Schweiz zum ersten Mal als Kräuter-Heilelixier hergestellt, erfreute sich das zumeist grüne Getränk mit bis zu 85 Volumenprozent vor allem bei Dichtern und Malern des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Ab 1915 wurde Absinth für viele Jahrzehnte verboten - und erst 1998 wieder für den Konsum freigegeben. Anlass genug, dem Absinth eine gehaltvolle, hochprozentige Anthologie zu widmen. In 13 wermutgeschwängerten Geschichten erleben wir Edgar Allan Poe, Henri de Toulouse-Lautrec, Carlo Collodi, Paul Gauguin und weitere ebenso berühmte wie legendäre Künstler auf den Spuren der fée verte.
Umrahmt werden die Erzählungen von klassischen und erlesenen Rezepten zum weiteren Genuss - oder zur Abrundung schon während des Lesens!
Mit Beiträgen von Marc-Alastor E.-E., Nicolaus Equiamicus, Katja Göddemeyer, Arne Kilian, Guido Krain, Aino Laos, Dave T. Morgan, Lothar Nietsch, Sören Prescher, Torsten Scheib, Vincent Voss, Harald A. Weissen und Arthur Gordon Wolf.
Mit einem Vorwort der Herausgeberin Alisha Bionda.

Gestorben: Kate Wilhelm (1928-2018)

Die US-amerikanische Schriftstellerin Kate Wilhelm ist am Donnerstag im Alter von 89 Jahren gestorben. Ihren ersten Science-Fiction-Roman, "Der Klon - Wesen aus Zufall" schrieb sie 1965 noch zusammen mit Theodore L. Thomas. Es folgten Werke im selben Genre wie "Leben ohne Tod" (1966), "Das Killer-Ding" (1967) und "Wacholderzeit" (1979). Mit "Hier sangen früher Vögel" (1976) gewann sie in der Kategorie Bester Roman jeweils den Locus Award und den Nebula Award. Wilhelm veröffentlichte zudem viele Science-Fiction-Kurzgeschichten. Später schrieb sie vorwiegend Anwaltsromane und Krimis, die hierzulande unveröffentlicht blieben.

Erschienen: "Tödliche Schatten"

Band 9 der SF-Abenteuer-Serie "Prähuman" von Carl Denning ist erschienen, der Titel des Romans lautet "Tödliche Schatten". (eBook, 99 Cent)

Zum Inhalt: Gray House ist eine Villa, die sich auf einer Felseninsel vor San Francisco befindet. Merkwürdige Gerüchte ranken sich um das alte Gebäude und dessen früheren Besitzer, einem Exzentriker, der vor Jahren spurlos verschwunden ist. Angeblich soll in dem Haus ein wertvoller Schatz versteckt sein. Andere Leute behaupten, dass es in der Villa spukt. Erst kürzlich hat sich darin ein rätselhafter Todesfall ereignet. Als Frederic Tubb, Maki Asakawa und Hans Schmeißer Gray House besuchen, um dem Historiker und Archäologen Mark Ranger bei seinen Forschungen zu unterstützen, scheinen sich die Gerüchte auf unheimliche Weise zu bewahrheiten. Denn schon bald befinden sie sich in Lebensgefahr...