Batman Sonderband 35: Das jüngste Gericht (Comic)

David Hine, Peter Calloway, Ivan Brandon, David Tischman, Ivory Madison
Batman Sonderband 35
Das jüngste Gericht
(Batman 708 + 709, Red Robin 22, Gotham City Sirens 22, Streets of Gotham 14-16, Batman 80-Page Giant 2009, 2010/2011)
Aus dem Amerikanischen von Steve Kups
Titelillustration von Tony Daniel
Zeichnungen von Guillem March, Andres Guinaldo u.a.
Panini, 2012, Paperback, 140 Seiten, 16,95 EUR

Von Irene Salzmann

Der neue Azrael will Gotham, das in seinen Augen Sodom und Gomorrha gleicht, vernichten. Nur wenn drei Helden – Batman alias Dick Grayson, Catwoman und Red Robin – seine Prüfungen bestehen, will er die Stadt verschonen.

Obwohl die drei sehr wohl wissen, dass sie nicht frei von Fehlern sind, gehen sie notgedrungen auf den Handel ein – und versagen. Das Ende steht bevor, doch auch Azrael hat eine Achillesferse.

Two-Face, der vorübergehend zu einem der Beschützer Gothams wurde, hat seine Verbrecherkarriere wieder aufgenommen und sein Handeln erneut vom Münzenwurf abhängig gemacht.

In zwei sehr kurzen Geschichten gibt Butler Alfred ein Geheimnis Preis, und Catwoman begegnet einer alten Bekannten.

Bei der Hauptgeschichte handelt es sich um ein Crossover dreier „Bat“(-relevanter)-Serien. Der neue Batman, Red Robin und Catwoman bekommen es mit Azrael zu tun, der noch verrückter als sein Vorgänger Jean Paul Valley scheint und auf eigentümliche Weise extrem fehlgeleitet ist. Er will im Auftrag Gottes Sünder bestrafen und für eigene Verfehlungen büßen, wird dadurch jedoch zum leichten Opfer eines manipulativen Menschenfeindes.

Die Prüfungen, denen sich drei Helden stellen müssen, sind so angelegt, dass sie nicht gewonnen werden können, da Batman, Catwoman und Red Robin dunkle Punkte in ihrer Vergangenheit und nachvollziehbare Ängste haben. In Folge verlassen sie sich nicht auf ihr Können und noch weniger auf das Glück, sondern greifen zu einem Trick. Tatsächlich hat Azrael einen Schwachpunkt, denn es gibt einen Menschen, den er nicht mit Gotham untergehen lassen will. Aber reicht es, allein den Racheengel zur Vernunft zu bringen, damit die Stadt verschont wird? Schließlich hat er Helfer, die Gotham zerstören wollen.

Kontinuierlich steigert sich die Spannung bis zum Showdown, der zu überraschen weiß. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, und auch das gefällt.

Das trifft auch auf die weiteren Geschichten zu, von denen eine Two-Face gewidmet ist, der eine blutige Spur zurücklässt, eine weitere dem charmanten Butler Alfred und die letzte Catwoman. Alle Erzählungen sind weniger spektakulär als die Titelstory, doch mit Abstand am gefälligsten gezeichnet, ist das Aufeinandertreffen von Catwoman und der Snow Queen. Von Kat Rocha und David Finney würde man sehr gern mehr sehen.

„Batman Sonderband“ 35 bietet einige typische Geschichten, in die Mitglieder der Bat-Familie und namhafte Gegner involviert sind. Da die Episoden unterschiedlichen Serien entnommen wurden, sind die Zeichnungen nicht homogen, doch gibt es keinen Ausreißer nach unten. Die Storys sind nicht ungewöhnlich, aber spannend – und in sich abgeschlossen. Gerade Letzteres ist ein dickes Plus, denn so wird auch Gelegenheitslesern eine runde, befriedigende Lektüre geboten.