Mark Lawrence: Das Buch, das dem Feuer widerstand (Buch)

Mark Lawrence
Das Buch, das dem Feuer widerstand
(The Book That Wouldn‘t Burn, 2023)
Übersetzung: Jakob Schmidt
Titelbild: Tom Roberts
Piper, 2026, Paperback, 752 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Dies ist in erster Linie die Geschichte zweier Menschen und einer Bibliothek. Livira wuchs in der kargen Staubwüste weit abseits der befestigten Stadt auf. Als ihre Ansiedlung überfallen und sie verschleppt wird, ahnt sie nicht, dass sich ihr Schicksal allen Befürchtungen zum Trotz bessern wird. Sie wird befreit, in die Stadt gebracht und dort als Bibliothekarin ausgebildet.

In dieser gewaltigen Bibliothek steckt auch Evar seit unzähligen Zeitaltern fest. Sie begegnen sich, beginnen, das Rätsel um die Bibliothek zu erforschen, und stoßen auf weit mehr, als sie je erwartet haben. Denn in der riesigen Bibliothek wird Wissen im Verborgenen bewahrt, das imstande ist, die Wirklichkeit selbst zu bedrohen…

 

Wir kennen sie inzwischen leidlich. Bibliotheken sind Themen, denen sich gerade auch Phantastik-Autoren jedweden Geschlechts gerne und ausführlich bedienen. Die Faszination, die vom gedruckten Wort ausgeht, der Geruch von Buchbinderleim, das Geräusch sich öffnender Seiten - wer kennt diese magischen Erlebnisse nicht?

Mark Lawrence gehört im englischsprachigen Raum zu den absoluten Bestseller-Autoren. Mit vorliegendem Band beginnt Piper seine Trilogie um die magische Bibliothek und ihre Bewohner. Hier werden Bücher als Tore zu anderen Welten genutzt - auch dies ist als Thema nicht wirklich neu -, wobei sich die Wahrheit letztlich oftmals als weitaus komplizierter erweist als zunächst gedacht.

Eine Bibliothek, die als geheimnisvoller Kosmos dient, ist schon eine Idee, mit der Lawrence wuchern kann. Themen wie Vorurteile, ja Rassismus, werden en passant ebenso gestreift wie die Frage, wer Macht ausüben darf und welche Verantwortung damit einhergeht.

Faszination schafft der Verfasser auch und insbesondere durch seinen ungewöhnlichen Weltenbau. Auch die verschachtelten Zeitebenen und der ab und an sprunghafte Perspektivwechsel seien erwähnt. Sie machen die Lektüre mitunter fordernd, aber gleichzeitig interessant.