Nick - Pionier des Weltalls 8: Feminicula - Planet der Amazonen, Fred Hartmann (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 08. November 2026 07:41

Nick - Pionier des Weltalls 8
Feminicula - Planet der Amazonen
Fred Hartmann
Titelbild: Axel Blotevogel
Hartmann, 2026, Taschenbuch, 310 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Die Menschheit entsandte drei Expeditionsschiffe auf eine mehrjährige intergalaktische Forschungsreise, die nicht nur dazu dienen sollte, das All zu erkunden, sondern auch wissenschaftliche Theorien zu verifizieren.
Auf ihrer Reise ins Unbekannte überstand die Crew Abenteuer und Gefahren, machte bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckungen und stieß auf neue Rätsel.
Auf ihrem Rückweg zur Erde kommt die Besatzung, nachdem sie bei der Erkundung eines Schwarzen Lochs fast vernichtet worden wäre, zu einem auf den ersten Blick unbewohnten Wüstenplaneten. Hier meldet sich eine rätselhafte Stimme in den Köpfen der Besatzungsmitglieder: Zwanzig Vertreter der Crew sollen das Schiff ohne jegliche Hilfsmittel verlassen und sich den Prüfungen der Unbekannten stellen.
Zwar gelingt es letztlich, alle Prüfungen zu bestehen, allein die Unbekannten lassen das Raumschiff mit einem vernichtenden Geschenk von dannen ziehen. Der Raumer verliert rapide Energie. Der Besatzung bleibt gerade noch genug für ein paar wenige Wochen. Wenn sie kein Uran finden, droht der kalte Erstickungstod.
Da kommt Feminicule gerade recht - ein Planet, auf dem die Männer als Samenspender und Kanonenfutter dienen, ansonsten mittels Nanobots gefügig gemacht in Reservaten weggesperrt sind und alle Macht von und durch die Frauen ausgeübt wird.
Zwar gelingt es den drei Frauen aus der Crew der „Delcano“ zunächst, die Kämpfe in der Arena zu bestehen, dann aber meldet sich die „Große Mutter“, die Alleinherrscherin des Planeten - und sie ist den Besuchern aus dem Weltall nicht unbedingt zugetan…
Inspiriert durch die genialen Zeichnungen der „Nick“-Comics von Hansrudi Wäscher hatte der Verlag Peter Hopf eine entsprechende Romanreihe aus der Taufe gehoben, die den Lesern weitere, gänzlich neue Abenteuer ihres Weltraumhelden und seiner Begleiter bieten sollte.
Nachdem VPH die Fortsetzung der „Nick“-Abenteuer einstellen musste, sprang der Verfasser Fred Hartmann sofort in die Bresche und kündigte an, die Reihe im Selbstverlag und in gleicher Ausstattung fortzuführen. Inzwischen liegt der achte Roman Hartmanns im Eigenverlag vor.
Allerdings haben mich weder der Inhalt noch die handwerkliche Ausführung wirklich überzeugen können.
Zum einen scheint der Verfasser - Jahrgang 1949 - einem längst überholten Frauenbild anzuhängen. Selbst die stellvertretende Kommandantin der „Delcano“ wird uns immer wieder als „hübsch“ angepriesen, agiert eher ängstlich und zögerlich und zeigt somit nicht wirklich die Führungsqualitäten, die die Ausübung einer solchen Position üblicherweise erfordert. Auch die - wenigen - uns bekannten weiblichen Besatzungsmitglieder werden nicht unbedingt als gleichberechtigt gegenüber dem „starken“ Geschlecht dargestellt. Das liegt natürlich zum Großteil an Hansrudi Wäschers Vorlage. Allerdings hätte Hartmann sich hier durchaus ein wenig von der Vorgabe lösen und den Plot zumindest ein klein wenig an heutige Werte anpassen können. Daneben fielen mir logische Brüche und stilistische Unreinheiten auf.
Die Abenteuer, die dann auf unsere Heldinnen und Helden warten, sind letztlich altbekannt. Immer wieder einmal gilt es, sich mit scharfem Stahl in der Hand zu verteidigen. Dann löst der Autor auch gleich noch das biblische Rätsel, wie in der Wüste Wasser aus einem Stein geklopft werden kann. All diese Abenteuer wirken fast zu vertraut. Wirkliche Spannung, ein Bangen um unsere Protagonisten oder große Überraschungen, bleiben leider aus.
Alles in allem hinterließ die Lektüre bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck. Hier verfasst ein Fan der „Nick“-Abenteuer entsprechende Romane, die aber weitgehend auf Gewohntes zurückgreifen und der Saga um unseren Pionier des Weltalls letztlich nichts wirklich Neues hinzufügen.