Sabrina Qunaj: Die Herrin vom See - Schatten über Avalon (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 31. Oktober 2026 10:50

Sabrina Qunaj
Die Herrin vom See - Schatten über Avalon
Die Chroniken von Avalon 1
Aufbau Taschenbuch, 2026, Paperback, 584 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Der Sagenkreis um König Artus und die Ritter der Tafelrunde begeistert die westliche Welt schon seit der ersten Erwähnung der mythischen Gestalten im angehenden Hochmittelalter und sorgte für die Geschichten, die wir heute kennen und lieben - und die auch moderne Autoren immer wieder neu interpretieren, so wie auch Sabrina Quinaj in „Die Herrin Von Avalon - Schatten über Avalon“, Band 1 von „Die Chroniken von Avalon“.
Nimue wächst als Tochter eines einfachen Waffenschmieds am Ufer eines großen Sees auf und führt ein unbeschwertes Leben an der Seite ihrer Freunde Arthur und Kay. Doch dann erscheint eines Tages der Druide Merlin. Er hat nicht nur einen Auftrag für ihren Vater, sondern auch eine Botschaft für sie.
Die junge Frau, die bisher mit ihren Träumen und Visionen haderte, erfährt, dass dies eine besondere Gabe sei, die sie zu einer Auserwählten Avalons macht und auch zu Merlins Gefährtin. Denn beider Sohn Emrys soll eines Tages den Glauben und die Macht der alten Götter retten.
Sabrina Qunaj hangelt sich durchaus an den wichtigsten Eckpunkten der Artus-Saga entlang, von der Jugend des späteren Königs, bis zu dem Moment, in dem seine wahre Abstammung erkannt wird und er auch um den Thron kämpfen muss. Die Geschichte aber konzentriert sich mehr auf Nimue, die schon bald zum Spielball Merlins und seiner Ideen wird, bis sie sich zu wehren beginnt und bewusst ihren eigenen Weg wählt.
Der Konflikt sorgt für die Spannung, zumal der Druide hier nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Bereits der erste Eindruck ist richtig und vertieft sich entsprechend - der Kampf der jungen Heldin gegen seine Übergriffe eskaliert am Ende sogar.
Die Autorin versucht die Welt so zu beschreiben, wie sie zu Beginn des Frühmittelalters ausgesehen haben könnte. Das Land ist zerfallen in kleinere Herrschaftsbereiche mit vielen Königen, wird von den Sachsen bedrängt und die Kultur der Römer ist fast vergessen. Zudem besteht auch ein Widerstreit zwischen den Anhängern der alten Religion und dem langsam aber sicher erstarkenden Christentum.
Das Ganze wird sehr charakterzentriert erzählt, die Geschichte bietet durch die Wahl der Protagonisten einiges an Abwechslung und Spannung, denn auch die bekannten Figuren werden ganz neu interpretiert.
Die Geschichte endet an einem interessanten Wendepunkt für Arthur und Nimue gleichzeitig und wirkt auf den ersten Blick in sich geschlossen. Es sind aber genug Weichen gestellt, um die junge Heldin mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren.
Phantastische Elemente sind sehr sparsam eingebaut. Es gibt keine besonderen mythischen Wesen und die Magie kann auch anders interpretiert werden. So könnten auch Leserinnen und Leser ihren Spaß haben, die es etwas realistischer und historischer mögen.
„Die Herrin vom See - Schatten über Avalon“ punktet vor allem durch die Wahl der Figuren und den daraus erwachsenden Konflikt. Man erkennt zwar auch die Artus-Sage wieder, die wichtigen Stationen und auch viele bekannte Charaktere werden aber ansprechend neu interpretiert und machen so Lust auf Mehr.