Pablo Valcárcel Castro: Dream of the Jet-Black City (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 25. Oktober 2026 07:03

Pablo Valcárcel Castro
Dream of the Jet-Black City
(Dream of the Jet-Black City, 2026)
Übersetzung: Kerstin Fricke
Titelbild: Tom Roberts
Knaur, 2026, Paperback, 572 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Autoren stehen oft vor einer Wahl: Bauen sie eine in sich sehr komplexe, aber funktionierende Welt auf, oder aber setzen sie doch lieber auf eine spannende und actionreiche Handlung, in der alles ein wenig oberflächlich bleibt. Viele versuchen eine gute Mischung zu erzielen, einige wenige wie Pablo Valcárcel Castro setzen jedoch mehr darauf, ihr Setting genauer auszuarbeiten, wie er in „Dream of the Jet-Black City“ zeigt.
Ash hat bisher als Blitzjäger gelebt, bis seine Gabe entdeckt wird. Das bedeutet, dass man ihn in die Akademie der Albträume einzieht und einer harten, grausamen Ausbildung unterzieht. Aber er hat Glück, einen Gönner zu finden.
Geyl hat diese bereits hinter sich und versucht nun, jemand anderen davor zu bewahren. Und dann ist da auch noch Daerna, die mit ihrer Stimme den Sturm beherrschen kann, der über die Welt tobt.
Und alle drei sind in einer Welt gefangen, in der sich eine Seuche immer weiter unter den Menschen ausbreitet.
Drei Helden bedeutet auch, drei verschiedene Handlungsebenen zu haben, die jede ihren Aspekt der Welt vorstellt und ein Umfeld für die Figuren erschafft. Das nimmt erstaunlich viel Zeit in Anspruch. Denn durch ihre Erlebnisse erklärt der Autor auch, wie alles miteinander zusammenhängt.
Und natürlich gibt es auch immer wieder dramatische und spannende Momente, damit es auch nicht langweilig wird. Wer allerdings erwartet, dass die Helden irgendwann zusammenfinden, der wird leider enttäuscht.
Der Autor hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, eine Welt zu erfinden, die es so vielleicht gerade einmal bei Brandon Sanderson gibt. Sie kommt bizarr daher, die Naturgewalten scheinen das zu machen, was sie wollen und die Menschen kämpfen dagegen an. Zudem spielen auch noch Albträume eine gewichtige Rolle.
Das Magiesystem ist anders als üblich, allerdings sorgen die vielen Details auch dafür, dass die Geschichte sich ziemlich behäbig fortbewegt und auch ein paar Längen in der Mitte hat. Aber zumindest zum Ende hin verweben sich erste Fäden miteinander und alles wird ein wenig klarer. Die Figuren werden immerhin so weit ausgearbeitet, dass man mit ihnen fühlen kann, und zeigen auch einmal sehr unterschiedliche Facetten.
Alles in allem ist „Dream of the Jet-Black City“ der interessante, die Lesenden aber auch fordernde Auftakt der „Nightmares of Onyxia“-Dilogie. Wer bereits die Romane von Brandon Sanderson mochte, der wird auch hier seinen Spaß an der Geschichte haben.