T. Kingfisher: Was in der Tiefe lauert (Buch)

T. Kingfisher
Was in der Tiefe lauert
(What Stalks the Deep, 2024)
Übersetzung: Elena Helfrecht & Aimée DeBruin-Ouboter
Cross Cult, 2026, Hardcover, 200 Seiten, 20,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Es scheint, als könnte T. Kingfisher alias Ursula Vernon nicht genug von ihrer eigenwilligen Heldin und deren Abenteuer bekommen, die mehr oder weniger Hommagen an die Werke von Edgar Allan Poe und - diesmal sogar etwas mehr - H. P. Lovecraft sind. Frisch erschienen ist deshalb „Was in der Tiefe lauert“, eine weitere Novelle um Alex Easton.


Dr. Denton, ein Freund aus Amerika, dem sie mehr oder weniger noch einen Gefallen schuldet, bittet die Eidsoldatin um Hilfe. So muss Alex notgedrungen die Zähne zusammenbeißen und auf den anderen Kontinent reisen, was schon eine Sache für sich ist, denn dort ticken die Uhren anders.

Aber immerhin führt ihr Weg sie schon bald in die Wildnis, zu einem eigentlich stillgelegten Kohlekraftwerk. Dort ist ein Cousin von Denton verschwunden. Und schon die ersten Vorstöße in die Dunkelheit verheißen nichts Gutes.

Was sie finden, deutet auf übernatürliches Wirken hin, auf Monster, die ganz offensichtlich keinen Halt davor machen, Menschen bestialisch zu ermorden. Doch das schreckt die abgebrühte Soldatin nicht davon ab, weiterzumachen.

Schon bald tauchen sie tiefer in die Geheimnisse der Stollen ein und machen eine interessante Entdeckung, die alles bisher zuvor Angenommene auf den Kopf stellt und zu einer richtigen Herausforderung wird.


Die Autorin spielt hier bewusst mit den Bildern, die die Leser durch die Lovecraft‘schen Andeutungen in den Kopf bekommt, bietet aber schon bald eine neue Interpretation des Ganzen, was etwas für sich hat und Leser auch zum Nachdenken bringen könnte, gewisse Dinge mit anderen Augen zu sehen.

Allerdings geht sie dabei nicht sonderlich in die Tiefe. Zunächst zieht sich die Handlung ein wenig, dann geht alles schneller als gedacht und Probleme werden rasch gelöst. Immerhin gibt es diesmal kein Kommunikationsproblem mit dem Übersinnlichen. Zudem entwickeln sich sogar Alex und ihr Begleiter weiter. Für Fans gibt es zudem ein paar Andeutungen, die an die ersten Romane erinnern. Vorkenntnisse benötigt man aber nicht, um an dem Buch Spaß zu haben.

„Was in der Tiefe lauert“ ist das dritte in sich geschlossene Abenteuer mit Alex Easton. Wieder muss sie sich dem Übernatürlichen stellen, allerdings anders als bei den früheren Fällen. Und das macht die Geschichte durchaus spannend, selbst wenn die Autorin beim Hintergrund nicht so sehr in die Tiefe geht.