The Horizon 1 (Comic)

JH
The Horizon 1
Übersetzung: Denise Hedrich
Manhwa Cult, 2026, Paperback, 376 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

„The Horizon“ nimmt sich eines Themas an, das so aktuell ist wie nie, weil es an die Schrecken des Krieges erinnert und umso eindringlicher wirkt, weil es konsequent und klar nur aus der Sicht eines Kindes erzählt wird.


Der Junge verliert von einem Moment auf den anderen alles, was ihm etwas bedeutet hat. Doch sein Überlebenswille ist noch stark genug, um seine tote Mutter zurückzulassen und einfach aus dem Kampfgebiet zu verschwinden. Allerdings hat er keine Hoffnung mehr.

Die kehrt erst wieder zurück, als er einem Mädchen begegnet, das genauso verloren ist wie er. Doch das Idyll währt nicht lange, werden sie doch schon bald von einem Verrückten verfolgt, der sie nicht mehr aus den Augen lässt.


Es braucht nicht vieler Worte, um eine ebenso eindringliche wie auch wirkungsvolle Geschichte zu erzählen. Im Grunde geschieht auch nicht unbedingt so viel. Aber genau das macht auch den Wert dieses Manhwas aus.

Man hat die Zeit, das Geschehen auf sich wirken zu lassen. Der Junge ist alt genug, um alles mitzubekommen, aber auch noch Kind genug, um sich tiefere Gedanken zu machen. Zudem ist er völlig unschuldig. Es ist auch nicht wichtig, warum Krieg geführt wird und mit welchen Mitteln, allein das Ergebnis - die vielen Toten und die zerstörten Städte - „zählen“. Und der einzige Erwachsene, mit dem die Kinder zu tun bekommen, ist auch anders als gewohnt.

Das Ganze endet mit einem Cliffhanger, der dem Ganzen eine interessante Wendung gibt und tatsächlich auch Lust darauf macht, herauszufinden, was nun gespielt wird. Aber auch schon für sich allein bietet die Geschichte einen ungeschönten Blick auf das, was Krieg aus den Menschen, selbst Kindern machen kann.

„The Horizon“ ragt aus der Masse der aktuell erscheinenden Manhwas heraus, weil die Handlung einmal ein Thema bearbeitet, was nicht leichtfüßig, romantisch oder lustig daherkommt, sondern sehr ernst, nüchtern und realistisch präsentiert wird und deshalb auch Eindruck hinterlässt.