Professor Zamorra 1211: Was einen nicht umbringt, Ian Rolf Hill (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Mittwoch, 02. April 2025 07:09

Professor Zamorra 1211
Was einen nicht umbringt (2/2)
Ian Rolf Hill
Bastei, 2020, eBook, 1,99 EUR
Rezension von Elmar Huber
Nach allem, was Lucia Nowak bereits durchgemacht hat, wurde sie nun erneut zum Spielball übernatürlicher Ereignisse (siehe „Professor Zamorra“ Band 1210, „An der Grenze zum Wahnsinn“). Gleich zwei Arten von Vampiren tummeln sich plötzlich in und um die psychiatrische Klinik, in der sich das Mädchen als Patientin aufhält, und fordern erste Opfer.
Professor Zamorra und Nicole Duval haben inzwischen den Weg nach Berlin (in die Klinik) beziehungsweise nach Pechern gefunden, wo Lucias Mutter das Opfer einer Soucouyant (eine Vampirart aus der karibischen Folklore) wurde, geraten jedoch angesichts der unübersichtlichen Lage ins Hintertreffen. Die Fäden der Ereignisse laufen schließlich bei dem Krankenpfleger Simon Kovac zusammen.
„Zamorra strich sich müde über die Augen, erschüttert darüber, wie schnell die Situation eskaliert war.“ Ein Satz, der exemplarisch für diesen zweiten Teil um die latent para-begabte Lucia Nowak stehen könnte. Mit der Ankunft Zamorras in der Klinik wird die ruhige und doch durchgehend bedrohlich-fesselnde Atmosphäre des Vorgängers gekippt, und Ian Rolf Hill dreht merklich auf, verfällt aber im weiteren Verlauf in ein wechselhaftes Erzähltempo.
Viele kleinere Handlungsstränge laufen jetzt parallel ab, von denen einige gar keine Auswirkungen auf den Story-Verlauf haben. Auch dass gleich zwei Vampirarten sehr unterschiedlicher Ausprägung bemüht werden, die weder Verbindungen untereinander noch zu dem Ort des Geschehens haben, ist etwas zu viel des Guten. Immerhin werden kurz größere Ereignisse im Hintergrund angedeutet, sodass eine Erklärung möglicherweise in kommenden Heften nachgeliefert wird.
Insgesamt ist dem Roman trotzdem der Unterhaltungswert nicht abzusprechen. Positiv fällt außerdem auf, dass der Autor Lucias noch unkontrollierte Para-Fähigkeiten dezent einwebt, sodass am Ende ein nachvollziehbarer Grund besteht, das Mädchen als weiteren Dauergast auf dem heimatlichen Château Montagne begrüßen zu können. Von daher ist „Was einen nicht umbringt“ auch ein kleiner Weichensteller für die Richtung der Serie. Das herausragend berührende Ende dürfte ebenfalls eine Rarität im Gruselheftbereich sein.