Diabolik (BD)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Mittwoch, 02. April 2025 07:14

Diabolik
I 2021, Regie: Antonio Manetti und Marco Manetti, mit Luca Marinelli, Miriam Leone, Claudia Gerini u.a.
Rezension von Elmar Huber
Der Superschurke Diabolik (Luca Marinelli) hält mit seinen spektakulären Raubzügen die Polizei von Clereville in Atem. Immer wieder gelingt es dem Verbrecher, die Beamten an der Nase herumzuführen, und der ehrgeizige Inspektor Ginko hat es sich zum persönlichen Ziel gemacht, den Verbrecher endlich zu schnappen.
Der Zufall kommt ihm zu Hilfe, als die reiche Witwe Eva Kant (Miriam Leone) sich im örtlichen Hotel Excelsior ankündigt. Ihr wertvoller Rosa Diamant soll als Köder für den Verbrecher dienen. Der Dieb hat den Coup bereits geplant und ist der Polizei wie immer einen Schritt voraus. Doch Diabolik hat Eva Kant selbst unterschätzt, die bereits einen Verdacht hat und den Dieb auf frischer Tat ertappt.
Statt ihn der Justiz zu übergeben, findet sie Gefallen an dem Gentleman-Verbrecher und dem Nervenkitzel der Gefahr, sodass beide von nun an als Team agieren.
Nach Mario Bavas „Gefahr: Diabolik!“ (1967) ist dies der zweite Film, der auf den italienischen „Diabolik“-Comics basiert, die seit 1962 erscheinen und aktuell auf die tausendste Ausgabe zusteuern. Anfang der 2000er Jahre startete der Egmont Ehapa Verlag (nachdem Carlsen mit „Dylan Dog“ vorgelegt hatte) den Versuch, „Diabolik“ auch auf dem deutschen Comicmarkt zu etablieren - es erschienen sechs Ausgaben. Es handelt sich dabei um sogenannte Fumetti Neri (schwarze Comics), die von Verbrechen, Erotik und Horror geprägt sind und in denen die Protagonisten durchaus skrupellos und moralisch bedenklich agieren. Als Vorreiter dieser Welle, fällt „Diabolik“ noch vergleichsweise harmlos aus.
Der neue Diabolik spart diese Gewissenlosigkeit nicht aus - auch Todesopfer werden in Kauf genommen -, was es dem Zuschauer schwer machen dürfte, sich dem Gangster emotional anzunähern; entsprechend bleibt man eher Beobachter des Geschehens. Davon abgesehen bekommt man eine grandiose und werkgetreue Comic-Adaption geboten, die in allen Belangen hervorragend den Geist und das 60er-Jahre-Flair der Vorlage auf das Medium Film überträgt.
Luca Marinelli ist als Diabolik top besetzt und strahlt die notwendige überlegene Gefühllosigkeit der Figur überzeugend aus. Die ehemalige Miss Italia Miriam Leone („Die Toten von Turin“) als Eva Kant ist die pure Augenweide und überstrahlt auch schauspielerisch mühelos den restlichen Cast.
Gefesselt wird man als Zuschauer außerdem von den smarten Schachzügen, mit denen Diabolik seine Widersacher austrickst. Die ausgeklügelten Pläne und das Spiel mit Masken und (Schein-) Identitäten erinnern dabei deutlich an die „Mission: Impossible“-Filmreihe.
Auch wenn die Inszenierung hier und da etwas lockerer und weniger episodenhaft hätte sein können, ist „Diabolik“ insgesamt eine angenehme Abwechslung von Hollywood und macht Lust auf die beiden Folgeteile.