Joachim Stahl: Das tödliche Artefakt - Sternenlicht 16 (Buch)

Joachim Stahl
Das tödliche Artefakt
Sternenlicht 16
Saphir im Stahl, 2023, Taschenbuch, 244 Seiten, 13,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Nach dem desaströsen Krieg gegen die Frogs ist die menschliche Hegemonie auseinandergebrochen. Die Sternenlicht-Vereinigung ist die größte der verbliebenen Sternen-Koalitionen.

Wir schreiben das Jahr 3168. Die Sternenlicht-Vereinigung sieht sich an jeder Grenze Aggressoren gegenüber, die man nicht wirklich einschätzen kann. Dennoch gehen die friedlichen Forschungen weiter, werden die Wunder des Alls wissenschaftlich untersucht.

Das Expeditionsschiff GIORDANO BRUNO soll dabei die Herkunft eines havarierten Alien-Schiffes aufklären. So werden die an Bord befindlichen vier Raumkreuzer zu den Planeten in der näheren Umgebung des Fundorts entsandt - unter ihnen auch die GB-1, die DIANA, deren Besatzung sich schon einmal in vorderster, kämpfender Front wiederfand. Damals mussten sie, um ein Drogenlabor auszuschalten, ein Krankenhaus vernichten; Kollateralschaden nennt es die Flotte, für die eigentlich friedlichen Forscher an Bord ist die Tat eine unheimliche psychische Belastung. So wird ihnen eine SSD-Aufpasserin vor die Nase gesetzt als sie sich aufmachen, einen offensichtlich verlassenen Planeten zu erkunden - doch so verlassen, wie es scheint, ist der Planet gar nicht…


Joachim Stahl offeriert uns ein munteres Abenteuer. Auffällig dabei, dass er den Kalten Krieg als Vorbild für seine Darstellung des Konflikts nimmt - hier die Genossen, die gegen den Kapitalismus zu Felde ziehen, dort die hemmungslosen Freie-Markt-Anhänger, bei denen es nur um Karriere geht. Dazwischen die Crews der DIANA und der GIORDANO BRUNO, die an „Raumpatrouille“-Vorbilder erinnern.

Letzteres muss beileibe kein Nachteil sein, kommen hier doch Nostalgie-Gefühle an die alte ORION auf.

Mit vorliegendem Band wird auch die Handlung um die Hi-Hat-Droge abgeschlossen - die Auseinandersetzung mit der Fraktal-Konföderation aber wird den Verfasser und uns sicherlich noch weiter beschäftigen.

Insgesamt ein munterer Roman, der auch lektoriert und von innerem Aufbau her zu überzeugen weiß.