Johnny Sinclair: Dicke Luft in der Gruft - Teil 3 (Hörspiel)

Sebastian Breidbach & Dennis Ehrhardt
Johnny Sinclair: Dicke Luft in der Gruft - Teil 3
Sprecher: Dirk Petrick, Wolf Frass, Lene Calvez u.a.
Folgenreich, 2019, 1 CD, ca. 48 Minuten, ca. 7,99 EUR

Rezension von Irene Salzmann

Zwar ist es Johnny Sinclair und Russel Moore gelungen, ihre Mitschülerin und Auftraggeberin Millie Edwards von einer mysteriösen Krankheit zu heilen und ihren Vater zu retten, der unter einem Fluch litt, doch das eigentliche Problem, um das sich die Jungen kümmern sollten, ist immer noch nicht gelöst. Irgendjemand macht die Gegend unsicher und hinterlässt zudem deutliche Zeichen. Als Johnny und Russel die geheimen Gänge unter dem Friedhof erkunden wollen, schließt sich ihnen Millie an. Sie mag zwar keine Waffen besitzen, mit denen man sich gegen Geister wehren kann, bringt dafür aber Verstand, Mut und Garn mit, das sicherstellen soll, dass sie sich nicht verirren.

Trotzdem gerät das Trio in eine prekäre Lage, denn unter der Erde stoßen sie auf fiese Goblins, die sehr schnell auf ihre Besucher aufmerksam werden und sie überwältigen. Es sieht ganz danach aus, als ob die Kinder als Futter von Monsterspinnen enden sollen.


Nachdem der zweite Teil der Hörspiel-Trilogie „Johnny Sinclair: Dicke Luft in der Gruft“ mit der Auflösung einiger kleinerer Probleme aufwartete, greift das Finale den Auftrag vom Beginn auf, den Johnny und Russel von Millie erhalten hatten. Sie versuchen daher herauszufinden, wer für die seltsamen Vorkommnisse verantwortlich ist, die sich zuletzt in der Gegend ereignet haben.

Die gemeinen Mitschüler, von denen die drei immer gemobbt werden, sind es nicht, obwohl sie sich ebenfalls an den Tatorten herumtreiben und offensichtlich etwas im Schilde führen. Als das Rätsel gelöst ist, müssen Johnny, Russel und Millie um ihr Leben laufen und kämpfen und - schlimmer noch: verhindern, dass die Angreifer die Burg stürmen, in der die Sinclairs wohnen.

Obwohl sich die Kinder tapfer schlagen, haben sie doch etwas Hilfe nötig, was der phantastischen Geschichte ein wenig gesunden Realismus verleiht, denn die Zwölfjährigen sind keine Superhelden und sollen es auch nicht sein, damit sie den Lesern und Hörern im selben Alter auch weiterhin als Identifikationsfiguren dienen können. Aber mal abwarten, was mit Millie los ist und wann ihre kleine Veränderung in den Fokus gerückt wird. Und der magische Schädel von Erasmus von Rothenburg, Mentor der Geisterjäger, hütet ebenfalls einige Geheimnisse.

Auch diesmal leisten die Sprecher gute Arbeit, begleitet von einer passenden Geräuschkulisse. Das Cover hat Wiedererkennungswert, denn es ist identisch mit dem der beiden anderen Teile, nur in anderen Farben gehalten, und stammt von derselben Künstlerin, die auch die Titelbilder der Bücher und die der ersten Hörspiel-Trilogie gestaltet hat.

Für Leser/Hörer ab etwa 10 Jahre liefert „Johnny Sinclair“ spannenden und altersgerechten Grusel-Spaß. Es wäre jedoch zu begrüßen, wenn Folgenreich die Kinderbuch-Vorlage nicht zerstückelt sondern komplett veröffentlichen würde, da die willkürliche Teilung und das Warten auf die Fortsetzung gerade für die Zielgruppe wenig nachvollziehbar ist, wenn doch der Roman dazu in einem Stück erschienen ist.