Star Trek Voyager 8: Ewige Gezeiten, Kirsten Beyer (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 07. August 2016 16:37

Star Trek Voyager 8
Ewige Gezeiten
Kirsten Beyer
(Star Trek Voyager: The Eternal Tide, 2012)
Übersetzung aus dem Amerikanischen von René Ulmer
Titelbild von Martin Frei
Cross Cult, 2016, Taschenbuch, 380 Seiten, 12,99 EUR, ISBN 978-3-86425-775-9 (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Christel Scheja
Die Expedition der „Voyager“-Flotte führt weiter in den Delta-Quadranten hinein, doch anders als früher ermöglicht der neuartige Slipstream-Antrieb schnelleres Reisen und man hält immer noch den Kontakt zur Sternenflotte aufrecht. Allerdings müssen die „U.S.S. Voyager“ und ihre Schwesternschiffe die Erfahrung machen, dass die Borg nur eine der geringeren Gefahren dieses Sektors waren. Denn nach den „Kindern des Sturms“ erwarten sie nun „Ewige Gezeiten“.
Wer ist Afsarah Eden, die Kommandantin der Flotte wirklich? Die letzten Ereignisse scheinen etwas in ihr geweckt zu haben, dass sie nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Träume und Ahnungen treiben sie voran, ohne das sie versteht, wo das Ziel liegen soll, und ein fremdes Genom scheint in ihr die Macht zu übernehmen.
Auf Bitten von Captain Chakotay begibt sie sich auf die Reise zu einem Planeten in der Galaxis, auf dem sie Antworten finden könnte, doch das endet fast in einer Katastrophe und wirft noch mehr Fragen auf. Denn nun mischen sich auch noch andere Mächte ein, die Chakotay und seinen Freunden von der „Voyager“ wohlbekannt sind. Und sie bringen jemanden zurück, mit dessen Tod sich alle eigentlich schon abgefunden haben.
Ist das wirklich Kathryn Janeway, die da vor ihnen steht und als Botschafterin ganz bestimmter mächtiger Wesenheiten enthüllt, dass das, was sie nun durch die Öffnung eines unheimlichen Raum-Zeit-Risses erwartet, das ganze Universum in seinen Grundfesten erschüttern und vielleicht zerstören könnte?
Wie schon im Band zuvor nutzt Kirsten Beyer die Reise in die unbekannte Weite des Alls, um weitere düstere Geheimnisse des Delta-Quadranten zu enthüllen und die Entwicklungen um Captain Eden weiter zu schreiben, die sich ja bereits im letzten Band angedeutet haben. In der Hinsicht wird der roter Faden weitergesponnen, der sich schon von Beginn der Erforschung an abgezeichnet und zu einem interessanten Mysterium geführt hat, in das diesmal auch die Q verwickelt sind. So gesehen gibt es ein Wiedersehen mit dem Kontinuum und einer Person, die eigentlich als tot galt.
Aus diesem Grund wird man auch den Verdacht nicht los, dass die Autorin die kosmischen Entwicklungen aus gutem Grund in die Wege geleitet hat - um eine Figur zurückzubringen, die vor Jahren einen Heldentod starb und nun sozusagen noch einmal eine Chance erhält. In dieser Hinsicht darf man sich überraschen lassen, welche Auswirkungen die Rückkehr des so prominent auf dem Cover dargestellten Charakters letztendlich haben wird.
Die Autorin mag hoch pokern, ihre Handlung manchmal etwas unübersichtlich gestalten und sich etwas weiter von den eigentlichen Kernaussagen des „Star Trek“-Universums entfernen, schafft es aber zwischen Soap und Drama, Abenteuer und Science Fiction doch noch eine kurzweilige Geschichte zu erzählen, in der die Fans der Serie voll auf ihre Kosten kommen, gerade wenn sie sich ein Happy End für die meisten Charaktere wünschen.
Schwere Geschütze werden aufgefahren, um das möglich zu machen, aber die Autorin schafft es, die Klischees abzumindern und Sympathie zu wecken, so dass man ihr nicht wirklich böse sein kann.
Alles in allem führt „Ewige Gezeiten“ den aktuellen Handlungsbogen um Afsarah Eden zu einem interessanten und „Star Trek“-würdigen Ende, auch wenn diesmal sehr viel Macht und Mystizismus aufgefahren wird. Durch die Rückkehr einer wichtigen Person werden aber zugleich die Karten neu gemischt, so dass man gespannt darauf sein darf, was der Autorin in Zukunft noch so alles einfällt.