Crimson Spell 5 (Comic)

Ayano Yamane
Crimson Spell 5
Aus dem Japanischen von Ekaterina Mikulich
Tokyopop, 2014, Taschenbuch, 180 Seiten, 6,95 EUR, ISBN 978-38420-0817-5

Von Christel Scheja

Ayano Yamane gehört zu den Mangaka, die sich ganz offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen lassen und Qualität vor Quantität setzen. So erscheint erst zwei Jahre nach dem letzten Band die Fortsetzung zu „Crimson Spell“ und führt endlich die Abenteuer der ungleichen Gefährten Vald und Havi weiter.

Der verfluchte Prinz und der Zauberer haben endlich die kaiserliche Hauptstadt Zenedura erreicht, Dort hoffen sie, auf den Hexenmeister Astadole zu treffen, der Vald dazu verflucht hat, sich des Nachts in einem mit purpurnen Malen übersäten Dämonen zu verwandeln, der nichts anderes im Sinn hat, als die Menschen in seiner Umgebung zu vernaschen. Havi, der das früh erkannt und zunächst ausgenutzt hat, steht dem jungen Prinzen nun eher bei, als ihn weiter zu quälen. Denn eine Aussprache hat auch ihm deutlich gemacht, dass er Vald längst liebt.

In Zenedura ist jedoch nichts, wie sie erwartet haben. Die Stadt ist voller Magie, denn geheimnisvolle Steine verleihen den Einheimischen Zauberkräfte. Doch alles hat seinen Preis, denn diese Wirkung hält in der Nacht nicht an. Dafür wird ihnen geraten, nicht nach draußen zu gehen, denn dann versammeln sich unheimliche Gestalten auf den Straßen.

Doch damit fangen die Schwierigkeiten erst an, denn Vald kann sich nicht mehr so gut beherrschen, wie in den Tagen und Wochen zuvor, wo ihm die Gefühle zu Havi Stärke gegeben haben... und dann fällt er auch noch überraschend durch eine Spalte in Raum und Zeit, so dass der Zauberer all sein Geschick einsetzen muss, um seinen Geliebten wiederzufinden…

Ayano Yamane ist eigentlich für ihre hocherotischen Boys-Love-Geschichten bekannt, in denen weder etwas verschwiegen oder versteckt wird und auch die Gewalt eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Das war zunächst in „Crimson Spell“ nicht anders, die Künstlerin gibt aber nun zu, dass sie ihre Fantasy-Story nicht nur um die Sex-Szenen aufbauen kann, sondern auch dem Hintergrund mehr Raum geben muss, damit die ganze Geschichte in ihren Augen zusammenpasst.

So dreht es sich diesmal gar nicht einmal mehr so sehr um die Beziehung zwischen den Helden, die natürlich durchaus weiter eine wichtige Rolle spielen darf, sondern auch um das Intrigenspiel in das die Beiden verwickelt sind. Zusätzlichen Zündstoff gibt es dadurch, dass auch die Gegner durchaus begehrliche Blicke auf Vald werfen und sich dieser nicht unbedingt dagegen wehren kann, gerade wenn er selbst in seine leidenschaftlichen Phasen verfällt.

So gesehen macht die Geschichte auch weiterhin Spaß, weil die Künstlerin es versteht, Drama und Geheimnisse, aber auch Liebe und Leidenschaft in eine spannende Handlung zu verwandeln, die auch immer noch zu überraschen weiß. Allerdings sollte man zarte Gefühle nicht unbedingt erwarten, Yamane Ayano mag es immer noch handfest und deftig, so dass die Altersempfehlung (ab 18) durchaus ihren Sinn macht.

„Crimson Spell“ kann mit dem fünften Band auch nach zwei Jahren Pause wieder überzeugen, da die Geschichte genau so viele Geheimnisse und Action bietet, wie Liebe und Leidenschaft. Gerade wer seine Boys Love explizit und hart mag, wird an dieser Serie seinen Spaß haben können – auch jetzt noch.