P. J. Ried: Echoes of Eternity (Buch)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 08. November 2026 09:21

P. J. Ried
Echoes of Eternity
Eternity-Dilogie 1
Loewe Intense, 2026, Paperback, 432 Seiten, 16,95 EUR
Rezension von Christel Scheja
Bereits mit „Dynasty of Hunters“ hat die aus Hannover stammende Autorin P. J. Ried auf sich aufmerksam gemacht. Nun legt sie mit „Echoes of Eternity“ eine weitere Dilogie vor, die ein Fantasy-Steampunk-Setting mit einer heißen Liebesgeschichte und viel Abenteuer verbindet.
Erinnerungen sind zu einer Währung geworden. Man kann sie weggeben, um in einem finanziellen Engpass sein Überleben zu sichern, aber ganz schnell auch verlieren, ist man nicht in der Lage, sie wieder auszulösen. So scheint es auch Maree zu befürchten, die alles daransetzt, herauszufinden, wer sie wirklich ist und was sie alles hergegeben hat.
Bei einem Versuch, an die Spieluhr zu kommen, die alles beherbergt, was ihr gehört, begegnet sie einem geheimnisvollen Fremden: Echo, ein Rebell und Dieb, der überall gesucht wird. Und auch wenn sie dadurch in Schwierigkeiten gerät, spürt sie, dass er genau der ist, der ihr wichtige Antworten geben kann.
Die Geschichte wirkt sehr klassisch, denn die Heldin ist nicht die erste, die ihre Erinnerungen wiederzuerlangen versucht und dann den Personen begegnet, die mehr wissen könnten, aber natürlich erst einmal sehr misstrauisch bleibt. Denn ganz offensichtlich können Gefühle nicht in die Spieluhr übertragen werden.
Das Setting bietet einen typischen Steampunk-Hintergrund. Man fühlt sich in das späte 19. Jahrhundert zurückversetzt, da die Technik bis auf bestimmte Kleinigkeiten noch nicht ausgereift ist, die Gesellschaft deutlich unterscheidet, zu welcher Klasse man gehört und auch die Polizei noch viel rüder auftritt.
Die Bank, die die Erinnerungen hütet und damit auf die eine oder andere Weise Geld verdient, scheint die große Macht im Hintergrund zu sein - aber auch genau der Ort, an dem die Helden Antworten finden müssen. Das sorgt für ein gewisses Maß an Abenteuer, das auch für Spannung und ordentlich Action sorgt.
Dazu kommt aber auch noch eine knisternde Liebesgeschichte, bei der der junge Mann wieder einmal mehr weiß als die Heldin und sie einzig ihren Gefühlen vertrauen kann und darf. Missverständnisse geben sich die Klinke in die Hand, um ebenfalls für Chaos zu sorgen, bis zum Ende hin eigentlich klar ist, dass Maree letztendlich nichts anderes tun kann, als Cayde zu vertrauen und mit ihm zusammenzuarbeiten.
Das ist flott erzählt, bietet durch den Hintergrund auch Einiges an Spannung und reitet nicht nur auf den Gefühlen herum, obwohl diese einen größeren Raum bekommen. Immerhin können auch die Fans ihren Spaß haben, die ein wenig Abenteuer suchen und nicht nur Liebesgeflüster. Dabei bedient sich Ried insgesamt zwar vieler bekannter Elemente, weiß sie aber angenehm und kurzweilig zu variieren. Das Ganze endet erwartungsgemäß mit einem Cliffhanger.
„Echoes of Eternity“ bietet einen soliden Auftakt für den neuen Zweiteiler von P. J. Ried. Die Autorin bedient sich zwar einiger Klischees, was die Figuren und die Handlung angeht, sorgt dadurch aber auch für Spannung und macht durch viele offene Fragen am Ende durchaus Lust auf den zweiten Band.