Becca S. Hale: Symphony of the Sinner (Buch)

Becca S. Hale
Symphony of the Sinner
Demon Duet 1
Tor, 2026, Hardcover, 556 Seiten, 24,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Parker war gerade einmal sechs Jahre alt, als sie miterleben musste, wie ihre Mutter an Halloween von einem Dämon getötet wurde. Seitdem ist sie auf sich allein gestellt und schlägt sich mehr schlecht als recht als Taschendiebin durchs Leben.

Als ihr Hehler, für den sie auf Diebeszüge geht, sie vor die Tür setzt - und das ausgerechnet an Halloween, wenn die Dämonen Grimwood Creek heimsuchen -, ist ihr klar, dass sie die Nacht nicht überleben wird. Nun ist ohnehin alles egal. Sie will herausfinden, welcher Dämon damals ihre Mutter meuchelte und, noch wichtiger, warum. Dafür wagt sie sich durch eines der Tore zur Hölle und landet mitten in einer Welt voller tödlicher Dämonen und grausamer Regeln.

Um nicht sofort als Mensch enttarnt zu werden, schließt sie einen Pakt mit Azael, einem geheimnisvollen Dämonenwächter. Er hilft ihr, ihre wahre Identität zu verbergen, doch dafür muss Parker sieben Rituale bestehen, die mit den sieben Todsünden verbunden sind. Gelingt ihr das, steigt Azael in der dämonischen Hierarchie auf - eine klassische Win-win-Situation.

Während Parker versucht, sich in der Hölle durchzuschlagen und die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter herauszufinden, verfolgt auch Azael seine eigenen Ziele. Zwischen ihnen entwickelt sich eine gefährliche Anziehung, obwohl Vertrauen in dieser Welt schnell zum Verhängnis werden kann.

Je tiefer Parker in die Geheimnisse der Unterwelt eindringt, desto mehr gerät ihr Vorhaben außer Kontrolle. Schließlich muss sie erkennen, dass hinter ihrer Suche weit mehr steckt, als sie zunächst geglaubt hat…


Auch Tor kann sich dem Trend nicht verschließen. Zu verlockend scheint das Umsatzpotenzial an der Ladenkasse, als dass man nicht ebenfalls auf den Romantasy-Zug aufspringen wollte.

Mit dem vorliegenden Auftakt des Zweiteilers „Demon Duet“- der Folgeband ist für das Frühjahr 2027 angekündigt - versucht der Verlag, mit einer originellen, düsteren Mischung aus Dämonen, Hölle, den sieben Todsünden und einer emotional komplizierten Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren zu punkten.

Die Ausgangslage ist durchaus reizvoll. Allerdings fiel mir bei der Lektüre schnell auf, dass die Autorin zu sehr an der Oberfläche blieb. Die Figuren entwickeln kaum Tiefe und agieren weitgehend stereotyp. Insbesondere im Mittelteil zieht sich die Handlung zäh dahin. Hinzu kommen stilistische Schwächen. Bisweilen hatte ich den Eindruck, das Manuskript sei ohne gründliches Lektorat in den Druck gegangen. Grammatikfehler fallen ebenso auf, wie unnötige Wiederholungen.

Dabei gab sich der Verlag bei der Ausstattung des Buches durchaus Mühe. Das auffällige Cover, der aufwendig geprägte Einband, der illustrierte Vor- und Nachsatz sowie der silberne Rundumfarbschnitt wecken das Interesse. Allein der Inhalt vermochte mich nicht vollständig zu überzeugen.

So bleibt als Fazit, dass die durchaus interessante Grundidee nicht konsequent ausgeschöpft wird und der Roman vor allem stilistisch enttäuscht.