Tiffany Hunt: The Dark Lord’s Guide to Dating (And Other War Crimes) (Buch)

Tiffany Hunt
The Dark Lord’s Guide to Dating (And Other War Crimes)
Guides to Villainy and Love 1
(The Dark Lords Guide to Dating (And Other War Crimes); Guides to Villainy and Love 1, 2026)
Übersetzung: Paula Telge
Penhaligon, 2026, Paperback, 688 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Dark Romantasy ist im Moment in aller Munde und RomComs - romantische Komödien - gehören schon lange zu dem weiten Welt der Liebesgeschichte. Tiffany Hunt kommt in ihrer neuen Reihe „Guides to Villainy and Love“ auf die wahnwitzige Idee, beides zu verbinden, wie sich schon im ersten Band, „The Dark Lord’s Guide to Dating (And Other War Crimes)“, zeigt.


Kazimir Blackrose mag zwar der sehr erfolgreiche Dunkle Lord sein, aber um die ultimative Macht zu erreichen, muss er das Artefakt der Herrschaft entfesseln. Und das gelingt nur mit einem besonderen Blutopfer. Dafür benötigt es vor allem eine Braut von heldenhafter Abstammung.

Diese findet er in Lady Arabella Evenfall, die zwar sauer über die Entführung ist, aber sich ab da auch befreit fühlt, denn immerhin wurde sie bisher von ihrem Vater nur gefangengehalten. Doch jetzt lernt sie nach und nach immer mehr die Vorzüge des Bösewicht-Daseins zu schätzen und auch der attraktive Schurke an ihrer Seite lässt sie nicht kalt.


Wenn man eines tun sollte, dann ist es, die Geschichte nicht ernstzunehmen und sich schon gar nicht von der nebenbei erwähnten Brutalität schocken lassen. Natürlich foltert Kazimir und bringt Leute auf fiese Weise ums Leben, aber das wird nicht sonderlich ausgeführt. Die Autorin nimmt sich eher die Zeit, die Bösewicht-Klischees des Fantasy-Genres durch den Kakao zu ziehen und dabei ordentlich zu überspitzen.

Ihr Hauptaugenmerk liegt natürlich mehr auf den Hauptfiguren und ihrer Beziehung. Alle anderen auftauchenden Charaktere bleiben eher blass und auf wenige für die Handlung wichtige Funktionen reduziert.

Dafür bekommen die beiden Helden etwas mehr Charakter - so hat Kazimir auch seine netten und manchmal recht naiven Seiten. Die anfangs recht naive und empfindliche Arabella entwickelt sich ebenfalls weiter, denn sie ist ja nun auch nicht auf den Kopf gefallen.

Und wie man sich denken kann, finden die beiden bald zueinander, ist ein Blutopfer keine Option mehr, da ganz offensichtlich das Amulett auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Und natürlich bleibt ja auch der Schlamassel bestehen, den man durch den Wunsch, die Weltherrschaft zu erreichen, ausgelöst hat.

Alles in allem kommt das Ganze leicht und locker daher, wirkt manchmal auch ein wenig makaber, macht aber dennoch keine schlechte Laune, wenn man sich damit arrangiert hat, dass der Schwerpunkt der Geschichte auf dem Geplänkel zwischen den Figuren liegt, das ab der Hälfte auch seine leidenschaftlichen Momente bekommt.

Der Humor macht immerhin Einiges wett, was man einem ernsthafteren Romantasy-Buch nicht nachsehen sollte, da das Abenteuer hier eher Mittel zum Zweck bleibt. Ob das Geschehen aber wirklich eine romantische Komödie ist, das sollte jeder für sich entscheiden.

„The Dark Lord’s Guide to Dating (And Other War Crimes)“ nimmt bewusst die Klischees auf die Schippe, die die Romantasy in Bezug auf charismatische Bösewichte und junge Heldinnen so gerne verwendet. Das Buch mag das Genre nicht neu erfinden, ist aber durch die muntere Veralberung gewisser Handlungselemente durchaus unterhaltsam und kurzweilig zu lesen, wenn man bereit ist, sich nicht am Liebesgeplänkel zu stören.