Michael Peinkofer: Alchemie des Feuers (Buch)

Michael Peinkofer
Alchemie des Feuers
Titelbild: Markus Weber
Piper, 2026, Paperback, 400 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Es ist die Ära, in der Europa in Gewalt, Not und Verwüstung versinkt. Wir schreiben das Jahr des Herrn 1618. Ein Komet erhellt das Firmament und kündet von dunklen Zeiten. Kaiser und Reichsstände stehen einander ablehnend, ja unversöhnlich gegenüber. Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist gekommen: Soldatenheere verwüsten weite Teile Europas, ziehen unter wechselnden Fahnen durch die Lande und kämpfen mal im Dienst der Papisten, mal für die Protestanten.

Ein junger, wissbegieriger Mönch wird von einem Traum heimgesucht. Ein Alp zeigt ihm einen Hügel mit einer zerrissenen Fahne - eine Vision, die ihn voller Furcht und Schrecken zurücklässt.

Als er sich seinem Mentor und Ordensbruder anvertraut, geschieht das Undenkbare: Der Pater wird erdrosselt. Die verbotene Kladde, in der dieser bis zu seinem Tod geforscht hat, weist den Weg. Der Feyerfeiss ist zurück!

Ein Wesen, das sich seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, am Leid der Menschen ergötzt und das in einer dunklen Allianz mit einem Alchemisten die Welt erneut an den Rand der Vernichtung treiben will.

Gemeinsam mit einer Fahrenden und einem schottischen Söldner macht sich der junge Mönch auf, sich der Bedrohung entgegenzustellen - allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz…


Michael Peinkofer ist vor allem durch seine erfolgreichen „Völker“-Romane um die Orks sowie durch seinen „Zauberer“-Zyklus bekannt. Nach Werken wie “Ork City“ und dessen Fortsetzung „Tarok“, die beide eine ebenso ungewöhnliche wie gelungene Hommage an den Noir-Roman im Fantasy-Gewand darstellen, legt er mit dem vorliegenden Werk einen eigenständigen Einzelroman vor.

Vor der düsteren Kulisse des Dreißigjährigen Krieges erzählt er vom eigentlich aussichtslosen Kampf einiger weniger Menschen gegen die finsteren Pläne eines Alchemisten und eines Dämons.

Dabei bleibt das historische Setting allerdings vergleichsweise oberflächlich ausgearbeitet. Zwar werden Städte, Fürsten und Geistliche erwähnt, doch die geschundene Welt jener Zeit wird vor meinem inneren Auge nie ganz lebendig. Hier hat der Autor aus meiner Sicht Potenzial verschenkt. Stattdessen konzentriert er sich nahezu vollständig auf die Intrigen, die Nachforschungen nach den Strippenziehern im Hintergrund und die rasant inszenierten Konfrontationen.

Die dafür eingesetzten Figuren sind gut gewählt. Eine starke Frauenfigur, ein alternder, desillusionierter Recke und ein wissbegieriger Mönch bieten den Lesenden unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten.

Michael Peinkofer ist inzwischen ein alter Hase im Geschäft und weiß genau, wie er sein Publikum an die Seiten zu fesseln vermag. Ruhigere Passagen, in denen Geheimnisse aufgebaut und nach und nach enthüllt werden, wechseln sich mit temporeichen Action-Sequenzen ab.

Das Gebotene ist zwar nicht sonderlich tiefgründig, die Figuren bleiben mitunter etwas schablonenhaft, doch bietet der Roman fesselnde und kurzweilige Unterhaltung, die insbesondere Freunde historischer Fantasy gut unterhält.