Moderproz und seine bizarren Erfindungen (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 25. August 2026 07:32

Michael Schmidt & Hubert Hug
Moderproz und seine bizarren Erfindungen
Moderproz-Akten 1
2026, ebook, 0,99 EUR
Rezension von Andreas Flögel
Mit „Moderproz und seine bizarren Erfindungen“ legen Hubert Hug und Michael Schmidt den ersten Band ihrer Reihe um die „Moderproz-Akten“ vor. Das Buch enthält zwei längere Kurzgeschichten. Sie verbinden klassische Science Fiction mit einer gehörigen Portion humorvoller Wissenschaftskritik.
Im Mittelpunkt steht der eigenwillige Professor Johann Moderproz. Er möchte die Menschheit von den vermeintlich lästigen Zwängen des Alltags befreien, schafft dabei aber meist neue Probleme.
In der ersten Erzählung, „Chlorokomb“, geht es um den Versuch, die menschliche Nahrungsaufnahme durch eine Art pflanzliche Symbiose auf der Haut zu ersetzen. Das Experiment gerät durch unvorhergesehene biologische Rückkopplungen und die Einmischung seiner Kollegin Maria Camaselle auf Abwege.
Die zweite Geschichte, „Zombiepilz“, widmet sich der Erforschung von Gehirnzellen. Hier versucht Moderproz, Altersdepressionen mithilfe manipulierter Cordyceps-Pilze zu kurieren.
Dass die biologischen und chemischen Erklärungen in diesem Buch Hand und Fuß haben, ist kein Zufall. Hier zeigt sich die interessante Konstellation der Autoren. Hubert Hug bringt als promovierter Molekularbiologe das nötige Fachwissen aus der realen Forschung ein. Er weiß, wie wissenschaftliche Arbeit funktioniert. Michael Schmidt wiederum steuert als erfahrener Herausgeber und Autor phantastischer Geschichten das erzählerische Gespür bei. Durch diese Zusammenarbeit wirken selbst die absurdesten Erfindungen im Rahmen der Geschichten erstaunlich plausibel.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt die Gewichtung bei der Darstellung. Gelegentlich bremsen die detaillierten Erklärungen der Versuchsreihen das Erzähltempo aus. Zudem neigen die Autoren an einigen Stellen dazu, Sachverhalte, Entwicklungen und auch die Gefühle der Figuren direkt zu erklären, anstatt sie szenisch auszuerzählen. Das wirkt manchmal etwas trocken und distanziert. Für eine wissenschaftlich geprägte Satire ist dieser sachliche, fast protokollartige Tonfall jedoch durchaus passend. Er unterstreicht den Charakter der „Akten“.
Dafür entschädigt das Zusammenspiel der Charaktere. Die Dynamik zwischen dem egozentrischen Moderproz und der pragmatischen Maria ist gut beobachtet und sorgt für humorvolle Momente.
Dieser erste Band ist ein gelungener Einstieg. Da die Autoren bereits weitere Bände der „Moderproz-Akten“ veröffentlicht haben, darf man gespannt sein, welche bizarren Ideen das Duo als Nächstes entwickelt.
Für Leser, die intelligente Unterhaltung mit wissenschaftlichem Augenzwinkern schätzen, ist das Buch eine klare Empfehlung.