Thomas Ziebula: Waldmann - Flucht in den Tod (Buch)

Thomas Ziebula
Waldmann - Flucht in den Tod
Ullstein, 2026, Taschenbuch, 448 Seiten, 13,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Thomas Ziebula liebt es, in seinen Geschichten gebrochene Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen und mit brandaktuellen Themen zu konfrontieren. Und das ist auch in „Waldmann - Flucht in den Tod“ der Fall, eine Geschichte, die man durchaus auch in einem „Tatort“ wiederfinden könnte.


Seit seine Frau vor sieben Jahren spurlos in Lagos verschwand, leidet Hauptkommissar Johannes Waldmann immer wieder unter Panikattacken. Gerade hat er wieder einige überstanden und kehrt in den Dienst zurück, da wird er mit dem Mord an einem Lokalpolitiker konfrontiert, der in einem Edelbordell gefunden wurde.

Zur gleichen Zeit interessiert sich die Journalistin Pia Luminger für einen Unfall, bei dem eine Frau ums Leben kam, die sich nur kurz zuvor mit dem Mann getroffen hatte. Warum, das ist der Reporterin klar, schreibt sie doch an einem Bericht über aktuellen Menschenhandel und Zwangsprostitution, steht sogar mit Betroffenen in Kontakt.

Sie wendet sich an die Sonderkommission und damit an Waldmann, als auch noch ihre Kontakte sterben oder verschwinden. Schon bald geraten die beiden zusammen mit der mysteriösen Suse in ein Netz aus Intrigen und an einen mächtigen Verbrecherring, der keine Skrupel zu haben scheint.


Und das ist für Waldmann natürlich auch belastend, spielt doch seine eigene Vorgeschichte immer wieder mit hinein und bremst ihn durch weitere Panikattacken aus. Das sorgt aber gleichzeitig auch für Spannung, da er dadurch Fehler begeht und menschlich wirkt, ebenso wie seine Mitstreiter.

Die Geschichte pendelt zwischen verschiedenen Handlungsebenen hin und her, so dass man auch ein wenig mehr über die Journalistin, die betroffenen Frauen und deren Vorgeschichten erfährt und so auch entsprechende Bindungen aufbaut. Die Handlung bleibt so ebenfalls recht abwechslungsreich.

Allerdings wirkt das eine oder andere auch sehr vorhersehbar, die Gegenspieler bleiben blass und gesichtslos; die gängigen Monster, die junge Frauen in einer Notlage - zumeist Flüchtlinge - in ihre Falle locken. Letztendlich weiß man als Leser oder Leserin, wer hinter all dem steckt und darf nur gespannt sein, wann die Ermittler die Wahrheit herausfinden.

Dennoch kann die lebendige und bodenständige Erzählweise punkten, der Aufbau der Geschichte bietet ein solides Lesevergnügen mit einem sauberen Abschluss und Figuren, mit denen man mitfiebern kann.

„Waldmann - Flucht in den Tod“ ist ein interessanter Kriminalroman, der sich wie eine „Tatort“-Folge liest - nahe an der Wirklichkeit und MIT aktuellen Themen, garniert mit vielschichtigen und menschlichen Figuren. Vielleicht ist er nicht so spannend, wie andere, weil man schon früh weiß, was los ist, dennoch kann die Geschichte gut unterhalten.