Braidee Otto: Songbird of the Sorrows - Myths of the Empyrieos 1 (Buch)

Braidee Otto
Songbird of the Sorrows
Myths of the Empyrieos 1
(Songbird of the Sorrows - Myths of the Empyrieos 1, 2026)
Übersetzung: Cordula Hubert
Titelbild: Katrina Barquist
Karte und Illustrationen: Victoria Allyn
cbj, 2026, Hardcover, 544 Seiten, 22,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

„Songbird of the Sorrows“ ist der erste Teil der auf drei Bände konzipierten Reihe um die „Myths of the Empyrieos“ und wohl auch der erste Band der australischen Autorin, der hier in Deutschland erscheint. Das Buch kommt mit einer wunderschönen Aufmachung und im ersten Band auch mit passendem Farbschnitt daher.

 

Prinzessin Aella wurde einst aus dem Palast verstoßen und wuchs mit anderen Waisenkindern in der Obhut eines geheimnisvollen Ordens auf. Allerdings wird sie nicht zu einem geistlichen Leben erzogen, sondern in der „Voliere“ vielmehr zu einer Attentäterin und Spionin ausgebildet.

Nach bestandener Ausbildung wird sie überraschenderweise gleich dem Elite-Team der Akademie zugeordnet, was aber auch einen guten Grund hat, soll sie doch in der Rolle als Prinzessin in einem der anderen Königreiche an einem Wettbewerb um die Hand des dortigen Thronerben teilnehmen. Diese Aufgabe erlaubt es auch dem Rest des Teams im Hintergrund zu agieren und einen anderen Auftrag auszuführen.

Wie man sich allerdings denken kann, kommt Aella, die nun Starling genannt wird in enge Berührung mit dem Anführer des Trupps, dem gutaussehenden Raven.

Aber für romantisches Geplänkel bleibt erst einmal keine Zeit, denn der junge Mann ist loyal und mutig, ergibt sich erst einmal ganz der Aufgabe sein Team zu beschützen und seinen Auftrag zu erfüllen. Immerhin steht Aella nicht ganz allein da, hat sie doch auch zwei Freundinnen aus der Ausbildung an ihrer Seite.


Die Handlung entwickelt sich schnell in eine Richtung, die man irgendwie schon aus vielen anderen Geschichten kennt: Durch den Auftrag kommen sich Starling und Raven näher, schnell ist auch ein fieser und skrupelloser Gegenspieler gefunden und nicht zuletzt geht es wieder um das Bestehen einer lebensgefährlichen Prüfung. Aber immerhin ist die Dynamik etwas anders als sonst, denn die Figuren entwickeln sich weiter, Aella kommt nicht als die perfekte Auserwählte daher und begeht auch schwerwiegende Fehler. Aber sie wächst danach und lernt ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, die gerade zum Ende hin interessante Weichen stellen.

Immerhin bleibt die Liebesgeschichte stark im Hintergrund, die leidenschaftlichen Momente wirken daher eher aufgesetzt und wie eine lästige Pflicht, die nicht hätte sein müssen. Dafür dominiert das Abenteuer, die Spionage-Geschichte ist in weiten Teilen klug aufgebaut und gibt auch den bekannten Versatzstücken einen neuen Sinn. Es gibt auch einige sehr überraschende Wendungen, die aber gut begründet sind und vor allem die wichtigen Figuren erhalten Profil. Zudem werden ein paar interessante Entwicklungen in den Raum geworfen, die auf den nächsten Band neugierig machen.

„Songbird of the Sorrows“ mag zwar sehr der Romantasy zugeneigt sein, bietet aber immerhin auch dem Genre-Fan Einiges an angenehmen Entwicklungen rund um die Klischees, spannende Inhalte und ein durchaus gelungenes Abenteuer, das dem nächsten Band entgegenfiebern lässt.