Rachel Howzell Hall: The Cruel Dawn - Schicksalsberührt 2 (Buch)

Rachel Howzell Hall
The Cruel Dawn
Schicksalsberührt 2
(The Cruel Dawn, 2025)
Übersetzung: Melanie Fricke und Marion Herbert
Loewe, 2026, Hardcover, 544 Seiten, 22,95 EUR

Rezension von Christel Scheja

Die „Schicksalsberührt“-Dilogie, die mit „The Last One“ begann, findet nun in „The Cruel Dawn“ ihren Abschluss, beginnt aber genau dort, wo der letzte Band aufhörte. Daher ist es wichtig, den Anfang der Geschichte zu kennen, um alles zu verstehen.


Kai hat zumindest einen Teil ihrer Erinnerung zurückgewonnen. Sie weiß jetzt wieder, wer sie ist, auch wenn ihr noch wichtige Details fehlen. Aber genau diese könnten im Kampf gegen ihren wahren Feind wichtig werden.

Während sie nun darum kämpft, ihre Heimat Vallendor und seine sterblichen Bewohner zu beschützen und zwei wichtige Artefakte finden muss, um ihren Gegenspieler zu besiegen, spürt sie aber auch, dass sie Jadon retten muss, obwohl er sie verraten hat.


Im zweiten Band ist so Einiges anders, denn die Heldin kennt nun ihre Aufgabe und ihren wahren Feind. Deshalb arbeitet sie mit anderen zusammen und beginnt eine neue Queste, um die Dinge zu finden, die einen Gott vernichten könnten.

Sie selbst ist ebenfalls keine Sterbliche, ebensowenig wie Jadon, der sie zwar verraten hat, mit dem sie sich aber verbunden fühlt. Und hier bedient die Autorin sehr bekannte Klischees, die Romantasy-Leser zu Genüge kennen, Es stört übrigens auch nicht, dass sich die Geschichte unter Göttern und Halbgöttern bewegt. Die Sterblichen verkommen zwar zu Statisten, die höheren Wesen verhalten sich aber auch nicht allzu viel anders.

Zwar bewegt sich die Heldin in der Handlung nun ein bisschen ausführlicher durch die Welt, aber der Hintergrund bleibt immer noch sehr schwammig, die interessanten Ideen verkommen leider wie so oft zu bunten Details in einem mehr oder weniger exotischen Setting.

Es gibt zwar auch Kämpfe und Schlachten, aber Geplänkel mit Freund und Feind, garniert mit dem Ausbau der Beziehung und ein paar intimen Szenen, stehen dann doch im Vordergrund der Handlung.

Immerhin geht es ein wenig brutaler und actionreicher als in anderen Geschichten dieser Art zu, aber wie auch schon im ersten Band verschenkt die Autorin viel Potential im phantastischen Bereich und nutzt ihre Ideen kam. Ihre Heldin bleibt sich aber tatsächlich selbst treu und bleibt bis zum Ende selbstbewusst, stur und auch ein wenig zynisch, was dabei hilft, dass sie die Fäden in der Hand hält und nicht der Mann an ihrer Seite. Das Ganze ist übrigens ebenfalls flott und ohne Längen erzählt.

„The Cruel Dawn“ macht dort weiter, wo „The Last One“ aufhörte. Die Heldin stellt sich ihrer Herausforderung, findet ihre Erinnerungen zurück und bleibt sich immerhin lange treu, aber die Geschichte verschenkt beim Abenteuer und Weltenbau leider weiterhin viel Potential für Fantasy-Fans und könnte für einige Romance-Leserinnen vielleicht ein wenig zu brutal daherkommen.