Daniel Alvarenga: Ruf der Leere (Buch)

Daniel Alvarenga
Ruf der Leere
HarperCollins, 2025, Taschenbuch, 384 Seiten, 14,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Der in Berlin 1986 geborene Daniel Alvarenga wuchs in Bayern auf, wo er auch heute noch mit seiner eigenen Familie lebt. Er schreibt überwiegend Drehbücher und verfilmt diese, hat aber auch schon mit „Hundswut“ einen Roman veröffentlicht. Nun legt er mit „Ruf der Leere“ nach.


Schon seit Wochen fiebert Felix dem Wochenende mit seinen Freunden Ben und Laura in einer abgelegenen Hütte in Bayern entgegen, ist aber nicht sonderlich darüber begeistert, dass sie dann auch noch andere Leute mitbringen.

Und es kommt schon bald noch schlimmer. Denn ein seltsamer Alter stört sie beim Feiern und fordert die Gruppe auf, bis zum Abend zu entscheiden, wer von ihnen weiterleben darf, denn alle anderen sollen sterben. Nun ist guter Rat teuer…


Daniel Alvarenga benutzt Elemente des Thrillers, um eine Geschichte zu inszenieren, in der es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Denn die Handlung nimmt sich viel Zeit, die Figuren facettenreich vorzustellen und man erfährt, was sie alles an innerlicher Wut und Frustration, aber auch an Ängsten mit sich herumtragen. Deshalb bringen die unerwarteten Gäste Felix auch so aus der Spur, weil er eigentlich aus guten Gründen Abstand von allem zu gewinnen versuchte, da es auch bei seiner Familie nicht wirklich gut zu laufen scheint.

Die Handlung springt deshalb auch immer wieder zwischen den Figuren und deren Leben in den Monaten vor dem Treffen hin und her, was dem Geschehen zwar einen guten Hintergrund gibt, aber auch dazu auffordert, genau zu lesen.

Und was zunächst eher wie ein Spiel mit persönlichen Befindlichkeiten wirkt, entwickelt sich mit der Zeit zu weitaus mehr, denn auch der alte Mann, der die Gemeinschaft und vor allem Felix immer wieder verstört, scheint etwas ganz anderes zu sein als vermutet.

Das Ende wartet dann mit einem unerwarteten Twist auf und hinterlässt so sichtlich Eindruck, denn als Leser darf man nun so Einiges in Frage stellen - und sollte deshalb auch offen für das sein, was einen erwartet.

„Ruf der Leere“ mag zwar erst einmal wie ein psychologischer Thriller wirken, ist aber letztendlich doch mehr als vermutet. Und fordert den Leser letztendlich auf, selbst zu entscheiden, was er oder sie davon halten soll. Denn es geht es mehr um die Personen als einen Krimi klassischer Art.