Jaymin Eve: Spellcaster (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 06. April 2026 11:57

Jaymin Eve
Spellcaster
Weatherstone College 1
(Spellcaster, Weatherstone College 1, 2025)
Übersetzung: Bianca Dyck
Goldmann, 2026, Paperback, 416 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Heute scheint es gang und gäbe zu sein, dass erfolgreiche Autorinnen ihre Ideen immer und immer wieder aufgreifen und ausreizen. So ist „Spellcaster“, der erste Band der „Weatherstone College“-Reihe wie auch ihre „Supernatural Academy“-Reihe, die bei Carlsen erscheint, eine Geschichte, die übernatürliche Elemente mit einem Schulumfeld verbindet.
Paisley ist Teil einer großen magischen Familie und daher auch überglücklich, dass sie wie ihre Geschwister ebenfalls am Weatherstone College angenommen wird, auch wenn ihre Kräfte erst spät erwacht sind und sich noch nicht ausgeprägt haben. Dennoch birgt der Besuch auch Gefahren.
Denn dort hält sich auch Logan auf, Sohn einer verfeindeten Familie. Aber er wird schon bald der einzige Verbündete, als es in der Schule selbst dunkle Schatten auf sie abgesehen zu haben scheinen. Paisley steht bald vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Kann und will sie ihm wirklich vertrauen?
Wie so oft bei diesen Geschichten erfindet die Autorin schon ein interessantes Setting und umreißt ein Magiesystem, aus dem mehr werden könnte, aber nutzt das Potential ihrer Ideen wieder einmal nicht besonders aus. Denn in weiten Teilen liest sich der Roman wie jede andere College-Story auch.
Paisley kann sich glücklich schätzen, nette Geschwister an der Schule zu haben und einen Vater, der auf sie aufpasst, aber sie findet darüberhinaus auch einige treue Freunde, die ihr beistehen. Und als Love Interest kommt ein junger Mann hinzu, der eigentlich ein Todfeind sein sollte, aber sich als genau das Gegenteil erweist.
Natürlich gerät die Heldin immer wieder in Gefahr, aber das dient in erster Linie dazu, sie mit ihrem Partner zusammenzubringen. Und das ist auch der Knackpunkt der Story, denn die Heldin reagiert zu viel und handelt selbst erschreckend wenig, Alles in allem folgen die Charaktere auch gängigen Archetypen, wie man sie in College-Romanzen findet. Ein bisschen Spannung darf aufkommen, aber den magischen Hintergrund vernachlässigt die Autorin zugunsten Beziehungsgeplänkels.
Und das ist es wohl auch, was die Geschichte ausmacht. Sie ist nett und gefällig geschrieben, bietet jede Menge - stellenweise auch leidenschaftliche Romantik -, behandelt aber die übernatürlichen Elemente nur oberflächlich, weil der Hintergrund dadurch ein wenig exotisch wirken soll.
„Spellcaster“, der Auftakt der Reihe „Weatherstone College“ ist genau das, was auch schon die Aufmachung suggeriert: Romantasy, die eine Liebesgeschichte zwar in ein magisches Umfeld packt, dieses aber nicht wirklich ansprechend zum Leben erweckt.