T. S. Orgel: Deadly Ever After - Blut und Schnee (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 10. Februar 2026 08:10

T. S. Orgel
Deadly Ever After - Blut und Schnee
Heyne, 2026, Hardcover, 608 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Schon eine ganze Weile veröffentlichen die Brüder Tom und Stephan Orgel unter ihrem gemeinsamen Pseudonym T. S, Orgel Romane, die sich irgendwo zwischen High Fantasy und Urban Fantasy bewegen. Nun nehmen sie sich einer anderen phantastischen Richtung an und vereinen die unterschiedlichsten Märchenfiguren in ihrem neuesten Buch.
Als Weiße Kaiserin herrscht Katharina, die auch Schneewitwe genannt wird, mit unerbittlicher Hand über das Land und macht vor allem Jagd auf eine Gruppe von Wesen, nämlich diejenigen, die über Magie gebieten.
Das bekommt auch Tristan, der Neffe von Fürst Streich, zu spüren, der in einer Nacht des Grauens alles verliert und fortan nun noch Rache nehmen will. Er sammelt eine Schar von ebenso entschlossenen Helden um sich, um die grausame Tyrannin zu entmachten.
Es ist ja eigentlich eine sehr klassische Geschichte, die uns die Brüder hier präsentieren. Der junge und unerfahrene, weil bisher behütet aufgewachsene junge Held, verliert alles und fast auch sein Leben. Natürlich hat er danach nur noch ein Ziel, was zudem von einer Hexe befeuert wird. Auf diesem Weg sammelt der Held illustre Gestalten um sich, die viel zu verlieren haben, etwa weil sie einem unterdrückten Volk angehören oder selbst gehörig Magie in sich tragen.
Das sorgt für recht viel Unterhaltung, denn die Figuren sind natürlich in der Gruppe am stärksten. Und es gibt den Autoren die Gelegenheit, immer mal wieder nette Anspielungen auf die Märchen zu machen. Immerhin ist die Handlung nicht in Gänze vorhersehbar, denn es gibt im letzten Drittel noch einen netten Twist. Ansonsten lebt der Roman aber vor allem durch die vielen angenehmen Anspielungen und die Neuinterpretation mancher Charaktere.
Wie immer erzählen die Brüder ihre Geschichte sehr flüssig und ohne Längen. Sie mögen zwar kein besonderes Worldbuilding betreiben, aber der Hintergrund an sich ist stimmig und die Figuren erfüllen ihren Zweck im Geschehen, obwohl sie nur wenig Ecken und Kanten haben. Und sie ersparen sich eine Liebesgeschichte, die hätte auch in dieser Handlung keinen Platz. Dafür dominieren bitterböse Momente, die dem Geschehen noch mehr Reiz verleihen und sogar eine gruselige Atmosphäre schaffen.
Wer einmal ein wenig Abwechslung von der vorherrschenden Fantasy sucht und einen Roman mit vielen bitterbösen Anspielungen auf klassischen Märchen zu schätzen weiß, in dem das kurzweilige Abenteuer im Mittelpunkt steht, der greift bei „Deadly Ever Afer - Blut und Schnee“ nicht daneben.