Christian Humberg: Zoe und der tote Reeder - Mörderisches Santorin 1 (Buch)

Christian Humberg
Zoe und der tote Reeder
Mörderisches Santorin 1
beTHRILLED, 2023, eBook,4,99 EUR

Rezension von Elmar Huber

Gerade als ihr Leben in Frankfurt droht zusammenzubrechen, erfährt Zoe Dahlmann, dass sie von ihrer Großtante Sofia ein Lokal auf der griechischen Insel Thirasia geerbt hat. Sie beschließt, die Main-Metropole hinter sich zu lassen und einem Neuanfang mit dem „Santorin Sunrise“ eine Chance zu geben.

Auf der Suche nach einem Handwerker, der die notwendigen Reparatur-Arbeiten übernimmt, stolpert sie am Hafen der kleinen Insel förmlich über die Leiche des reichen Werftbesitzers Nikos Georgious und wird direkt von der Polizei abgeführt. Trotz eines überstürzten Verhörs müssen die Beamten sie ohne Beweise wieder gehen lassen, ebenso wie Leon Sideris, ein Angestellter von Georgious, der die Polizei überhaupt erst gerufen hatte.

Im „Santorin Sunrise“ angekommen, lernt sie gleich ihren Nachbarn Alexandros kennen, ein ehemaliger Stammgast ihrer Tante, der sich sofort am Herd des Lokals nützlich macht. Noch in derselben Nacht wird ins Lokal eingebrochen und alles verwüstet. Zoe vermutet einen Zusammenhang mit dem Mord an Georgious und nimmt die Sache nun persönlich. Verärgert von dem ablehnenden Verhalten der Polizei beschließt sie gemeinsam mit Leon, den Täter selbst ausfindig zu machen.


Mit der von vorneherein auf mehrere Folgen angelegten Reihe „Mörderisches Santorin“ begibt sich Vielschreiber Christian Humberg (unter anderem „Professor Zamorra“, „Herr Heiland“, „Drachengasse 13“) auf das Terrain des Urlaubskrimis der eher harmlosen Sorte.

Eine Protagonistin, der in Good Old Germany gerade Beziehung und Job um die Ohren fliegen, wird zu einem Neustart in traumhafter Kulisse genötigt. Weitere Abhängigkeiten, die irgendein Dilemma verursachen könnten, gibt es gar nicht. Auf Thirasia wird sie zumindest in der Nachbarschaft mit offenen Armen empfangen und erhält sofort Unterstützung, um das Lokal in absehbarer Zeit renovieren und wieder eröffnen zu können.

Da die Charaktere kaum Profil erhalten, vermag auch der Mordfall, in den Zoe zufällig hineingezogen wird, den Leser nicht ausreichend zu involvieren. Die Privatrecherchen gestalten sich so generisch und widerstandslos wie nur etwas, Spannung kommt nicht zustande.
So plätschert die klischeebeladene Handlung schmerz-, aber auch gehaltlos vor sich hin. Die Auflösung schließlich passiert noch nicht einmal als Folge der Ermittlungen, sondern gänzlich zufällig.

„Zoe und der tote Reeder“ ist ein generischer Urlaubskrimi mit flachen Charakteren und dürftiger Handlung.