Carissa Broadbent: Six Scorched Roses (Buch)

Carissa Broadbent
Six Scorched Roses
Crowns of Nyaxia - Novelle
(Six Scorched Roses, 2023)
Übersetzung: Heike Holtsch und Kristina Flemm
Carlsen, 2025, Hardcover, 240 Seiten, 20,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

„Six Scorched Roses“ unterscheidet sich nicht nur von der Länge her von den anderen Bänden der „Crowns of Nyaxia“-Saga, die Novelle erzählt auch in eher ruhigen Tönen von zwei weiteren Charakteren, die bereits in den anderen Romanen als Nebenfiguren auftauchten: Vale und Lillith.


Eine mysteriöse Krankheit, die durch den Fluch eines Gottes ausgelöst wurde, beginnt langsam, aber sicher die Bewohner des Dorfes zu töten, in dem Lillith lebt. Auch ihre Schwester ist betroffen. Daher versucht die junge Frau alles, um das Unheil aufzuhalten.

Und das, obwohl sie selbst schon seit ihrer Geburt dem Tod geweiht ist. Deshalb geht sie auch zu dem in der Nähe lebenden Vampir Vale und bittet ihn, ihr im Tausch gegen sechs besondere Rosen sechs Phiolen seines Blutes zu überlassen, um so vielleicht ein Heilmittel zu finden.


Es scheint, als würden die Götter einen immer größeren Raum in den Geschichten aus Nyaxia erhalten. Dabei sticht ausgerechnet das sogenannte Weiße Pantheon durch besondere Grausamkeiten und Kaltherzigkeit gegenüber den Sterblichen heraus. Das bekommt auch Lillith zu spüren, die sich wundert, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die immer gesünder als sie waren, nicht erkrankt, sondern so weitermachen kann wie bisher.

Aber da sie dem Tod nahesteht, hat sie auch im Gegensatz zu anderen Sterblichen keine Angst vor dem Vampir Vale, der sich als weitaus freundlicher erweist als gedacht. Der Handel sorgt zudem dafür, dass sie sich immer wieder begegnen und so auch genauer kennen und schätzen lernen.

Das Ende ist allerdings schon vorgezeichnet, aber es fügt sich stimmig in die Geschichte ein, da es auch mit genügend Andeutungen und Hinweisen vorbereitet wurde. Allerdings sollte man nicht allzu viel Tiefgang erwarten, dazu bleiben die Geschichte und die Hauptfiguren oberflächlich. Immerhin darf sich die romantische Beziehung langsam entwickeln und wirkt ebenfalls nicht überhastet.

Wie gewohnt präsentiert Carlsen auch diesen Band in der edlen Aufmachung der anderen Bände, in der ersten Auflage sogar mit passendem Farbschnitt.

Alles in allem ist „Six Scorched Roses“ eine nett zu lesende Geschichte für zwischendurch, die die Wartezeit zum nächsten „Crowns of Nyaxia“-Roman gut verkürzen kann und dem Hintergrund ein paar weitere Facetten hinzufügt, auch wenn die Romanze natürlich im Mittelpunkt steht.