Dr. Sara Gottfried: Frauen, Essen und Hormone (Buch)

Dr. Sara Gottfried
Frauen, Essen und Hormone
(Women, Food, and Hormones: A 4-Week Plan to Achieve Hormonal Balance, Lose Weight, and Feel Like Yourself Again, 2021)
Übersetzung: Alice von Canstein
Unimedica, 2025, Paperback, 400 Seiten, 29,90 EUR

Rezension von Christel Scheja

Lange Zeit war die Medizin eher auf Männer ausgerichtet, wurden die meisten Studien doch nur mit entsprechenden Probanden durchgeführt, die Ergebnisse dann auch verallgemeinert. Erst in den letzten Jahren setzt sich ein anderer Standpunkt durch, würdigt die unterschiedliche Physiognomie der Frauen, so dass auch Bücher wie „Frauen, Essen und Hormone“ keine Seltenheit mehr sind.


Hormone bestimmen unser Leben und Wohlbefinden. Und damit sind nicht nur die gemeint, die ständig als Schadstoffe in den Medien sind, sondern auch die, die manche der chemischen Prozesse im Körper erst möglich machen oder befeuern.

Die Autorin konzentriert sich dabei auf die komplexen Zusammenhänge, die sich vor allem bei den Frauen finden, die Balance zwischen Östrogen, Testosteron, Wachstums und anderen Hormonen, die maßgeblich dazu beitragen, wie man sich fühlt und mehr.

Die Autorin hat sich lange Jahre damit nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Praxis beschäftigt und erklärt im ersten Teil ausführlich, wie alles miteinander zusammenhängt, welche Wirkungen die einzelnen Hormone auf den weiblichen Körper eigentlich haben. Dabei konzentriert sie sich im Wesentlichen auf die drei wichtigsten.

Sie fasst zusammen, wie Gewicht und Hormone zusammenhängen, warum Frauen in einigen Bereichen andere Auswirkungen verspüren und warum man auch das Wachstumshormon und Testosteron nicht außer Acht lassen sollte. Erst danach beginnt sie ihr vier Wochen andauerndes Ernährungsprogramm zu beschreiben, erklärt, was man bei der Umsetzung alles beachten sollte, und wie man sich selbst auch darauf einstimmen und vorbereiten kann. Anschließend folgt eine ganze Reihe von Rezepten. Und da ist der Leser auch schon an einem Knackpunkt des Buches angelangt, denn natürlich werden pflanzliche Zutaten bevorzugt, aber auch Öle und anderes, was man mit viel Glück gerade einmal in einem gut sortierten Supermarkt findet.

Die Rezepte und Gerichte sind auf einen besser gefüllten Geldbeutel ausgerichtet, vor allem für Frauen, die sich die Zeit nehmen können, alles in Ruhe zuzubereiten oder zu kochen, nicht aber für eher „einfachere“ Leute, die auf jeden Pfennig achten müssen.


Letztendlich ist das Ganze zwar nett gemeint, aber nicht unbedingt für alles und jeden umsetzbar. Zwar können sich Interessierte die eine oder andere Info aus dem Buch ziehen, die Umsetzung des Ernährungskurses ist aber nicht für jede Frau machbar. Auch erfordern die Erklärungen einen gewissen Bildungsgrad, den auch nicht jede Frau vorweisen kann.

Alles in allem gehört „Frauen, Essen und Hormone“ zu den Sachbüchern und Ratgebern, die zwar gute Ideen haben und Anregungen geben können, aber für die meisten Leserinnen und Leser nicht einfach umsetzbar sind, weil Geld und Muße fehlen.