Hannah Kaner: Godkiller (Buch)

Hannah Kaner
Godkiller
Godkiller 1
(Godkiller, 2023)
Piper, 2024, Paperback, 448 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Die in Northumbria geborene Hannah Kaner lebt heute in Schottland und arbeitet im Gesundheitswesen. Beim Schreiben lässt sie sich von Mythen aus der ganzen Welt inspirieren, von wütenden Frauen lenken und stellt auch immer wieder die Frage, was einen Menschen ausmacht. Ihr Debüt „Godkiller“, der Auftakt zu einer ganzen Trilogie wurde auf TikTok offenbar zu einer Sensation, was nun auch Piper veranlasst, das Buch in einer besonderen Ausstattung herauszugeben.

 

Aus schwierigen Verhältnissen stammend, hat Kyssen sich dazu entschieden ihr Leben auch weiterhin mit einem harten Broterwerb zu gestalten. Sie jagt und tötet Götter, vor allem diejenigen, die bereits Menschen geschadet haben. Als sie der jungen Inara begegnet, wird ihr Weltbild allerdings erschüttert, denn das Schicksal hat das Kind mit Skedi, dem Gott der Notlügen, verbunden.

Weil sie nicht zulassen will, dass das Mädchen stirbt, sucht sie nach einem Weg, die beiden voneinander zu befreien. Hilfe erwartet sie nur in Blenraden zu finden, der letzten Stadt, in der Götter leben. Dabei begegnet sie nicht nur vielen Gefahren, sondern auch Elogast, der sein Ritterdasein eigentlich an den Nagel gehängt hat aber nun das Schicksal des Landes in seinen Händen hält.


Auch wenn man zunächst denken mag, dass die Autorin im Moment auf einer Welle mitschwimmt, so erweist sich ihr Debüt mehr als interessant, selbst für einen erfahrenen Genre-Fan. Ihr Konzept geht von Göttern aus, die sich ähnlich wie Menschen verhalten, aber von den Sterblichen abhängig sind, denn nur Schreine; Opfergaben und der Glauben geben ihnen die nötige Macht, Wunder oder Flüche zu wirken. Es wird nur dann übel, wenn das Ganze aus dem Ruder läuft oder sich die Menschen gegen ihre Götter auflehnen. Und da kommen die Godkiller wie Kyssen ins Spiel. Anfangs ist die Heldin auch noch fest entschlossen, ihren Weg weiterzugehen, aber Inara, Skedi und die Geheimnisse, die sie umgeben, sorgen dafür, dass sie nachzudenken beginnt und damit auch das Abenteuer richtig beginnen kann.

Die Handlung mag zwar wieder einmal eine Heldenreise sein, aber sie bietet viele Überraschungen und deckt nach und nach die Geheimnisse der Hauptfiguren auf. Denn Elogast der Ritter, hat ebenfalls eine wichtige Mission, die über Wohl und Wehe seiner Welt entscheiden kann. Es zeigt sich, dass die Schicksale der Charaktere enger miteinander verbunden sind, als vermutet. Das kommt auch dem Hintergrund zugute, der sich nach und nach mehr entfaltet, ebenso wie die Entwicklung der Helden.

Die Story ist mit frischen Ideen durchsetzt, konzentriert sich ganz auf das Abenteuer und die Spannung, auch wenn Gefühle - ja, sogar ein Hauch von Romantik - nicht fehlen dürfen. Alles in allem geht das Konzept auf und macht durch die facettenreichen Figuren Lust auf die Fortsetzung.

„Godkiller“, der erste Band der „Godkiller“-Trilogie, macht für ein Debüt alles richtig, denn die Handlung gibt dem Abenteuer genug Raum und vergisst dabei auch nicht, den Hintergrund Stück für Stück weiter auszubauen und zudem auch den Charakteren viel Raum zu interessanten Entwicklungen zu erlauben; gerade richtig für Fans, die vor allem nach der Fantasy suchen und weniger nach romantischen Gefühlen.