Heart of Gold 1: Der erste Akt (Comic)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 20. Juni 2023 13:28

Eliot Baum und Viv Tanner
Heart of Gold 1
Der erste Akt
Übersetzung: Silvano Loureiro Pinto
Cross Cult, Hardcover, 156 Seiten, 30,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Eliot Baum und Viv Tanner sind ein aus Österreich stammendes, deutschsprachiges Künstlergespann, das sein Projekt erst via Crowdfunding veröffentlichte, nun aber durch Cross Cult auch die Chance hat, ein größeres Publikum zu erreichen. So erscheint der erste Band von „Heart of Gold“ nun als großformatiges Hardcover-Album.
In einer französischen Kleinstadt geschehen noch Zeichen und Wunder. Zumindest behauptet das Dunant, der Priester, der einmal in der Woche einen besonderen Gottesdienst abhält, in dem er einigen Personen die Hände auflegt und sie so wieder gesunden lässt. Auch der albinotische Pianist Ionel sucht dort Heilung, denn er droht langsam zu erblinden, etwas, was seiner Karriere als Künstler ein Ende bereiten könnte. Aber er gehört nicht zu den Auserwählten. Weil ihm etwas seltsam vorkommt, sucht er nun auch den persönlichen Kontakt zu Dunant und wird in einen dunklen Strudel mit hineingezogen.
In ruhigen Bildern und schönen Zeichnungen bauen die Künstler das versponnene Szenario auf, das sich ganz auf die beiden Hauptfiguren und die Magie, die dort gewirkt wird, konzentriert und so alles andere außer Acht lässt. Dabei bleiben sie bewusst in der Sicht von Ionel, der ziemlich mit seinem schwindenden Augenlicht hadert und immer verzweifelter wird. Immerhin gibt er nicht auf und sucht später auch die persönliche Nähe zu Dunant - allerdings ohne irgendeinen erotischen Aspekt. Tatsächlich geht es nur um den Wunsch sehen zu können, der immer übermächtiger wird. Aber dem jungen Pianisten fallen auch immer mehr Dinge auf, die nicht ganz in das segensreiche Bild zu passen scheinen und dem erfahrenen Leser eines klar machen: Die Heilung kommt wahrscheinlich nicht ohne Preis.
Das Ganze steigert sich dann nach und nach, schafft es, mit einem Cliffhanger zu enden und so neugierig auf den nächsten Band zu machen, denn es gibt viele Hinweise und Andeutungen; das Mysterium enthüllt sich aber noch kein wirkliches Stück. Und das ist es auch, aus dem die Geschichte ihre Spannung bezieht.
Die Zeichnungen sind wie die Handlung fein und nuanciert, die Farben passen zum Thema und heben die besondere Atmosphäre deutlich hervor.
Alles in allem dürften sich Leser angesprochen fühlen, die solche eher ruhigen und auf Stimmung bedachten Geschichten in einem ungewöhnlich lichten aber düsterromantischen Stil mögen.
„Heart of Gold“ stellt in „Der erste Akt“ tatsächlich erst einmal nur die Weichen und macht mit vielen Andeutungen neugierig auf das Kommende. Besonders punkten kann das Debüt der Künstler durch das feine Artwork und die dazu passende atmosphärische Farbgebung, die den Szenen genau die richtige Stimmung schenkt.