The Witcher: Ronin (Comic)

The Witcher: Ronin
(The Witcher: Ronin, 2033)
Text: Rafal Jaki
Titelbild: Jen Bartel
Zeichnungen: Hataya
Übersetzung: Benjamin Rusch
Panini, 2023, Paperback, 124 Seiten, 19,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Seit der Umsetzung in ein Computergame ist „The Witcher“ nicht mehr aus der populären Kultur wegzudenken, vor allem nicht mehr seit der Fernsehserie, die noch weitere Fans gewonnen hat. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es inzwischen auch weitergehende Interpretationen gibt, wie „The Witcher: Ronin“, als Manga.

 

Geralt von Riva ist ein Hexer, aber auch ein herrenloser Samurai, ein Ronin. Er zieht durch eine grausame Welt ähnlich dem feudalistischen Japan zur Edo-Zeit und dient keinem Fürsten, sondern folgt einer ganz eigenen Mission. Während er als Freak verschrien ist und die meisten Menschen ihn schneiden, muss er sich mit übernatürlichen Bestien und fiesen Geistern herumschlagen; aber die interessieren ihn nicht, denn er will nur eine finden: die geheimnisvolle „Frau im Schnee“.


Gerade weil sich auch schon der Hexer im Original mit zahlreichen Monstern und magischen Wesen aus der westlichen Mythologie herumschlagen muss, ist es nur eine logische Folge, dass man ihn auch ohne größere Probleme in ein fernöstlichen Umfeld versetzen kann.

Vom Charakter her hat er sich nicht geändert, denn wie in der Vorlage ist er ein gezeichneter Außenseiter, der von den meisten Menschen furchtsam oder ablehnend behandelt wird, auch wenn sie gelegentlich auf seine Hilfe angewiesen sind.

Und so ist die Geschichte ein klassisches Wechselspiel aus Action, wie man sie aus Ronin-Mangas kennt, garniert mit vielen Anspielungen auf die japanische Mythologie und einer gelungenen Übertragung gewisser Handlungselemente in die fremde Welt.

Heraus kommt eine flott gezeichnete, aber auch für den westlichen Leser gut verdauliche Interpretation im Manga-Stil, die mit Elementen der Mythen Japans spielt und diese recht abwechslungsreich einzusetzen weiß.

„The Witcher: Ronin“ beweist, dass das Original auch problemlos und ohne Abstriche in einen Manga umsetzbar ist, da die Handlung vieler Geschichten universell ist. Bekannte Muster werden hier auf einen fernöstlichen Hintergrund übertragen und das nicht einmal schlecht, sondern actionreich und atmosphärisch.