Florian Gräfe: Come in we are Open (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 23. September 2022 11:37

Florian Gräfe
Come in we are Open
2022, Taschenbuch, 370 Seiten, 15,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Der 1986 in Freiberg geborene Florian Gräfe lebt seit 2007 als freier Lektor und Übersetzer in Berlin, veröffentlichte 2017 aber auch seinen ersten SF-Roman („Glorious Heritage - Das Vermächtnis der Erde“) und legte 2018 die Fortsetzung nach. Mit seinem aktuellen Buch bewegt er sich aber nun in ganz anderen Gefilden, denn „Come in we are Open“ ist ein Reisebericht.
2018 beschloss Florian zusammen mit einem Freund, der ihn allerdings nur ein Stück des Weges begleiten sollte, eine Reise in die USA zu unternehmen. Nicht mit festen Zielorten oder als Pauschaltourist, sondern mit einem Roadtrip, der ihn die Ostküste hinunter bis nach Florida, quer durch den Süden der USA bis an die beiden größten Städte der Westküste führen sollte.
Davon erzählt er nun in seinem Buch; jede Station seiner drei Monate dauernden Reise, die in New York ihren Anfang nimmt, wird zumindest kurz erwähnt. Dabei bleibt er sehr persönlich, erzählt von guten , kuriosen, aber auch schlimmen Erlebnissen. Er stellt nicht unbedingt das vor, was man aus einem Reiseführer kennt, sondern seine ganz subjektive Wahrnehmung - etwa, dass kaum jemand in den Staaten zu Fuß geht und die Amerikaner keine Probleme damit haben, betrunken ins Auto zu steigen.
Natürlich stehen dabei auch seine Interessen im Vordergrund, und wo kann man besser Einheimische kennenlernen als in den kleinen Kneipen? Natürlich dürfen auch touristische Sehenswürdigkeiten nicht fehlen - wobei er auch ganz ungewohnte Orte wie Roswell und die Southfork-Ranch aufsucht.
Alles in allem mag die Beschreibung zwar kneipenlastig sein, liest sich aber auch authentisch und sehr persönlich. Der Autor beschreibt schöne Momente, aber auch die Pleiten, die er erleben musste und macht auf das eine oder andere aufmerksam, das man sich lieber sparen sollte.
Seine Erzählung ist augenzwinkernd leicht und heiter, klingt wie eine mündliche Erzählung und ist gut zu lesen. Die Abschnitte sind nicht allzu lang, so dass man jederzeit Pause machen kann. Zudem erlauben kleine Bilderseiten auch, sich Bestimmtes besser vorstellen zu können.
„Come in we are Open“ eine liebevoll persönliche und amüsante Reisebeschreibung, die einen frischen Blick auf die USA erlaubt und sich auch nicht scheut, neben vielen guten Erlebnissen auch die eine oder andere Panne zu erwähnen. Wer selbst so etwas Ähnliches plant, sollte ruhig einen Blick riskieren.