Gantz:E 2 (Comic)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 24. Februar 2022 08:14

Gantz:E 2
Text: Hiroya Oku
Titelbild und Zeichnungen: Jin Kagetsu
Übersetzung: Jan Christoph Müller
Cross Cult, 2022, Paperback, 208 Seiten, 10,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Hiroya Oku ließ seine erste Serie „Gantz“ in der Gegenwart spielen und brachte nach und nach immer mehr Science Fiction mit ein. Nachdem er diese abgeschlossen hat, macht er mit seiner neuen Saga „Gantz: E“ einen Rücksprung in die Vergangenheit.
Hanbei und Masakichi sind eigentlich ertrunken, aber die beiden Bauernburschen kommen in einem Tempel wieder zu sich, in dem ihnen eine schwarze Kugel klar macht, dass sie von nun Streiter im Kampf gegen gefährliche Dämonen sind. Weil sie das Ganze ernstnehmen, werden sie anders als die arroganten Samurai bald zu ausgezeichneten Kämpfern und stellen sich immer gefährlicheren Monstern. Aber können sie wirklich gegen Legenden wie Miyamoto Musashi bestehen?
Kann man eine Geschichte mit den gleichen Elementen noch einmal so erzählen, dass sie trotzdem nicht langweilig wird? Der Künstler versucht es, indem er eine ganz andere Epoche aussucht, die gerade in Japan immer wieder sehr gerne aufgegriffen wird.
Wie auch schon in der ersten Geschichte sind seine Helden keine ausgebildeten Kämpfer, sondern Jungen aus dem Volk, nur dass sie hier keine Freunde sondern eher Rivalen sind und sich deshalb ein wenig zusammenraufen müssen. Aber sie bringen bessere Voraussetzungen mit als die Samurai, die in ihrer Überheblichkeit und Arroganz alle Anordnungen der Kugel in den Wind schlagen und deshalb mehrfach schmerzhafte Erfahrungen machen müssen.
Dennoch kann die Serie nicht wirklich in den Bann schlagen, kennt man alles doch schon irgendwie und hat das Gefühl, dass die Figuren sich nicht wirklich großartig weiterentwickeln. Außerdem scheint der Ausgang klar zu sein - sind die Aliens doch auch in der Gegenwart immer noch da. So sind die Action-Szenen zwar nett anzuschauen, aber man nimmt die Charaktere ebenso wie die Ereignisse nicht wirklich ernst - sie rauschen einfach nur beim Lesen vorbei und berühren einen nicht unbedingt.
Alles in allem ist „Gantz: E“ trotz der historischen Kulisse und einiger netter Anspielungen nicht wirklich überzeugend, entwickelt sich auch im zweiten Band immer mehr zu einem müden Abklatsch der Mutterserie, weil sich viele Elemente einfach nur wiederholen und selbst die Action vorhersehbar ist.