Deadly Class 8: Knochenmaschine (Comic)

Deadly Class 9
Knochenmaschine
(Deadly Class Vol. 9: Bone Machine, 2020)
Text: Rick Reminder
Zeichnungen: Wes Craig
Übersetzung: Michael Schuster
Cross Cult, 2021, Paperback, 136 Seiten, 16,80 EUR (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Christel Scheja

„Deadly Class“ startet mit diesem Band ein neues Schuljahr. Marcus und Maria sind zurück und nicht mehr länger Ratten, denn sie haben sich Anerkennung und auch Achtung erkämpft. Dennoch können sie sich jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen.


Während viele Schüler sich eher von ihnen fernhalten, weil sie sie fürchten und nicht wissen, wie brutal die beiden noch einmal zuschlagen könnten, entwickelt sich hinter den Kulissen jemand zu ihrem Feind.

Helmut Hass gibt Marcus und Maria die Schuld an dem Tod seiner geliebten Petra und will um jeden Preis Rache nehmen. Dafür ist er auch bereit, sich in die tiefsten Abgründe menschlichen Denkens zu begeben und sich sogar dunkler Magie zu öffnen. Und so beginnt schon bald ein neuer Albtraum.


Neben dem Lebensgefühl der späten 1980er Jahre versuchen die Künstler natürlich auch das Denken und die Emotionen der Jugendlichen einzufangen, die durch ihr gesellschaftliches und schulisches Umfeld schon mit den dunklen Seiten menschlichen Denkens in Kontakt gekommen sind.

Das zweite Jahr an der Schule ist für Marcus und Maria daher auch kein Zuckerschlecken, auch wenn sie sich untereinander wieder anfangen zu entfremden, ihre eigenen Wege gehen. Aber letztendlich bleibt die Spannung hoch, denn es passiert so Einiges, nehmen sich die Künstler doch die Zeit, den Niedergang von Helmut zu beschreiben.

Dieser lässt seinem Hass freien Lauf und wirft sich offenen Auges in die Arme dunkler Mächte, bedient sich okkulten Wissens und schwarzer Messen, um seine Kräfte zu verstärken und seinen Weg zu den Mördern zu finden.

Heraus kommt so ein erneut düsterer und blutiger Trip in eine Welt, in der Mord und Gewalt einfach dazu gehören und als ganz normal erachtet werden. Die Handlung wechselt zwischen den beiden Helden und ihrem Gegner hin und her und führt nach und nach die Handlungsstränge zusammen, um im Showdown alles eskalieren zu lassen.

Das ist nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter und auch keine Lektüre für Zwischendurch, aber es gibt auch immer wieder kleine Rückblicke, durch die das Verhalten der Figuren klarer herausgearbeitet wird.

„Knochenmühle“ zeigt erneut, warum man in der „Deadly Class“ letztendlich nur sich selbst vertrauen kann, denn in der actionreichen Geschichte wird einmal mehr sehr blutig und zynisch gezeigt, dass man sich in dieser Welt keine Schwächen - vor allem keine Liebe - erlauben darf, sonst stürzt man tief.