Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen (Comic)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Mittwoch, 06. März 2019 10:47

Henscher, Emmanuel Herzet
Die Kinder des Prometheus 2
Die Missratenen
(Les prométhéens Tome 1: Les Enfants Terribles, 2015)
Titelbild und Zeichnungen: Rafa Sandoval
Übersetzung: Barbara Wittmann
Panini, 2016, Hardcover, 52 Seiten, 14,99 EUR, ISBN 978-3-95798-810-2
Rezension von Elmar Huber
In Athen wird die enthauptete Leiche Poseidons an Land gespült, die der Polizei und der Gerichtsmedizin in mehr als einer Hinsicht Rätsel aufgibt. Das Gift, das im Körper des Gottes zu finden ist, führt nach Newark, USA, wo der Polizist Franck Dito beim Internationalen Toxikologischen Institut nach derselben Substanz gefragt hat.
Dort gerät eben dieser Franck Dito gleichzeitig in ein Blutbad, das einige durchgeknallte Cops in der Notaufnahme des Newark-Hospitals veranstalten. Ein Patient schmiert mit seinem Blut altgriechische Schriftzeichen an die Wand, und die einzige Spur ist ein Bild des It-Boys Solican Solstice (= Apollon). Gleichzeitig wird der Hacker Vendel Chaz von den Moiren kontaktiert, um den ‚König der Fische‘ zu finden.
Wir erinnern uns: Um sich vor ihrem Erzfeind Thymos zu verstecken, mischten sich die olympischen Götter unter die Menschen, wo sie Jahrhunderte lang nach ihren Fähigkeiten und Vorlieben gelebt haben. Die plötzliche Kunde, dass Poseidon getötet wurde, alarmiert die göttliche Familie. Thymos hat sie in der Welt der Menschen wieder aufgespürt.
Während in Teil 1 die Götterfamilie vorgestellt wurde und angesichts der Bedrohung ein Familientreffen der besonderen Art stattfand, stehen in Band 2 die Menschen im Vordergrund, die unversehens in die göttlichen Ereignisse mit hineingezogen werden: Elora Petrakos, die ermittelnde Beamtin im Mordfall ‚Poseidon‘ - freilich ist ihr nicht klar, dass hier ein Gott auf dem Obduktionstisch liegt -, der zynische, altgediente Cop Franck Dito, der sich und seine Partnerin unversehens im Kugelhagel wiederfindet und bei seinen Ermittlungen noch Druck von oben bekommt, sowie Vendel Chaz, der plötzlich Stimmen hört, die ihn für ihre Zwecke einspannen wollen.
Das Ganze geht mit derart hohem Tempo vonstatten, dass das Album zu einem rasanten Pageturner wird. Dabei wird es eher noch mysteriöser als im Vorgängerband, und die Ereignisse entwickeln eine strudelartige Dynamik, die sich in die Welt der Menschen ausbreitet.
Rafa Sandoval („Catwoman“) setzt dies in unfassbar dynamischen Bildern um, was hervorragend zur treibenden Erzählweise der Geschichte passt.
Dass auf den Vorsatzblättern nochmal der Pantheon Götter abgebildet ist, hilft, sich zurechtzufinden.
Die Perspektive wechselt auf die Seite der Menschen, die mit den Auswirkungen der Götterjagd in Berührung kommen. Weiterhin herrscht Volldampf, und man darf auf das Finale in Band 3 gespannt sein.