M. R. Forbes: Täuschung - Divine 2 (Buch)

M. R. Forbes
Täuschung 
(Betrayal - The Divine Chronicles 2)
Übersetzung: Deborah Barnett
Titelbild: Jelena Begovic und Matthias Lück
Mantikore, 2018, Paperback, 320 Seiten, 13,95 EUR, ISBN 978-3-96188-025-6 (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Carsten Kuhr

Einst war unser Landon ein Mensch. Dann ging er über den Jordan und wachte weder als Teufel noch als Engel wieder auf. Es ist ihm bestimmt, so zumindest die göttliche Botschaft, weiter auf Erden zu wandeln und als Diuscrucis das ewige Gleichgewicht zwischen Engeln und Teufeln, zwischen Gut und Böse, zu wahren.

Ein paar Jahre - immerhin sind seit dem ersten Teil seiner Memoiren 5 Jahre ins Land gegangen - hat er die Engel unterstützt, dann sich rausgehalten, jetzt scheinen die Teufel seine Hilfe zu benötigen. Ob er nun will, oder nicht.

Da kommt es ungeschickt, dass Sarah, die Tochter einer Erweckten die er geschworen hat zu beschützen, entführt wird. Die Spur führt nach Paris und zu einem alten Bekannten - einem Dämon.

So macht Landon sich, begleitet und unterstützt von seinen Freunden und den vereinnahmten Seelen eines Engels und eines Dämons auf, die Verschwundene zu suchen und möglichst lebend zu befreien.

Allein, es erweist sich, dass Vieles nicht das ist, was er vermutet, sich Feinde als Freunde (selten) und Freunde als Feinde (häufig) entpuppen; aber das ist er ja gewohnt im Kampf gegen und mit Dämonen, Engeln und Werwölfen…


Vorhang auf zum zweiten Teil der Divine-Chroniken. Leider ist seit der Lektüre des ersten Bandes doch schon einige Zeit ins Land gegangen, so dass eine gewisse Einführung mehr als hilfreich gewesen wäre und schmerzlich vermisst wurde. Gerade weil der Autor Figuren gerne dreht, also die Seiten wechseln lässt, hat der Leser, in diesem Fall ich, reichlich Mühe, das komplizierte Geflecht von auftretenden Figuren richtig einzuordnen.

Überhaupt bleibt sich Forbes treu: Im Wettlauf der Suche nach der Verschwundenen wechseln die Figuren ihre Ausrichtung von Protagonist zu Antagonist wie andere ihre Socken. Wendungen ohne Ende, manche interessant und überraschend, andere - viele - eher verwirrend, einige unnötig und den Plot komplizierend.

Was mir weiter auffiel war, dass der lockere Erzählton, den unser Ich-Erzähler Landon im ersten Band noch so unterhaltsam an den Tag legte, weg ist. Stattdessen ein verbissener, angepisster Held, der so richtige Nähe oder Sympathie nicht aufkommen ließ.

Die Urban-Fantasy-Mischung mit Dämonen, Werwölfen und Engeln stimmt nach wie vor, aber es fehlte ein wenig an der Leichtigkeit des Auftaktbandes.