Liza Anderson: We Who Have No Gods - Krieg der Hexen (Buch)

Liza Anderson
We Who Have No Gods - Krieg der Hexen
The Acheron Order 1
(We Who Have No Gods - The Acheron Order 1, 2026)
Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Heyne, 2026, Hardcover, 496 Seiten, 22,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Vic Wood hat eigentlich schon genug um die Ohren. Mit ihrem mageren Gehalt nebst Trinkgeld als Bedienung muss sie irgendwie über die Runden kommen und sich obendrein um ihren jüngeren Bruder Henry kümmern.

Doch dann passiert das, was niemals hätte passieren dürfen! Die Vereinigung der Hexer spürt sie auf.

Ihre verschwundene Mutter hatte ihr eindringlich eingeschärft, ihren Bruder, der seine magischen Kräfte von ihr geerbt hat, unter allen Umständen von der geheimen Hexengesellschaft, dem Acheron-Orden, fernzuhalten. Doch nun unterbreitet einer der Oberen des Ordens Henry ein unwiderstehliches Angebot. Er soll an der im Bundesstaat New York gelegenen Akademie des Ordens aufgenommen und ausgebildet werden.

Um ihren Bruder zu beschützen, folgt Vic ihm zum düsteren Avalon Castle, einer abgelegenen Burg, in der angehende Hexer ausgebildet werden und unheimliche Kreaturen ihr Unwesen treiben.

Obwohl sie dort als machtlose Außenseiterin gilt, setzt sie alles daran, bleiben zu dürfen. Dabei legt sie sich mit anderen Anwärtern an, stößt auf dunkle Familiengeheimnisse und gerät ausgerechnet mit Xan, dem knallharten Anführer der Schutztruppe, aneinander. Dass es zwischen den Beiden funkt, macht die Sache nicht gerade einfacher.

Denn hinter den Mauern von Avalon brodelt es gewaltig. Der Orden steht kurz vor einem Krieg mit anderen Hexen, und ausgerechnet Vics Mutter könnte bei der drohenden Katastrophe eine entscheidende Rolle gespielt haben. Vic muss herausfinden, was wirklich vor sich geht - und ob sie auch ohne eigene Magie in einer Welt überleben kann, in der Macht alles bedeutet…


Der Debüt-Roman von Liza Anderson bedient sich reichlich bei den bekannten Versatzstücken des Dark-Academia-Genres. Die Ausgangslage wirkt daher recht austauschbar, und auch dem Setting mangelt es deutlich an Eigenständigkeit.

Gelungen ist der Autorin dagegen die Kombination aus Hexerei, einer geheimnisvollen alten Burg, Monstern und Machtkämpfen. Die Liebesgeschichte erweist sich als weitgehend überflüssig: vorhersehbar, spannungsarm und ohne emotionale Tiefe. Auch die Nebenfiguren bleiben blass, während die Handlung zuverlässig aus dem gut gefüllten Klischee-Fundus des Genres schöpft. So verpufft das durchaus vorhandene Potenzial der düsteren Kulisse zwischen bekannten Mustern und wenig überraschenden Wendungen.

Am Ende bleibt ein Dark-Academia-Roman, der sich zu sehr auf vertraute Zutaten verlässt und zu wenig eigene Akzente setzt.