Toni Moldabegga: Die unsichtbare Farbspur (Buch)

Toni Moldabegga
Die unsichtbare Farbspur
Illustrationen: Elena Tarsius
Pankolin, 2026, Taschenbuch, 396 Seiten, 16,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Es sind oft genug die kleinen Verlage, aber auch Selfpublisher, die mit ihren Geschichten neue eigenwillige Wege gehen, auch wenn die Erzählung auf den ersten Blick eher konventionell wirkt. Denn natürlich bietet „Die unsichtbare Farbspur“ auch wieder eine Reise zum Erwachsenwerden, aber diesmal ist Einiges anders.


Milo lebt mit seiner Familie auf einer einsamen Bergspitze und hat bisher noch nicht viel von der Welt gesehen. Seine Eltern sind begabte Luftsyntagier, die das Wetter beeinflussen können, doch er selbst ist noch nicht sicher, was er eigentlich kann und ob das einen Sinn macht, wenn für ihn der Himmel wie frischgebackenes Brot duftet.

In diesem Sommer aber bekommt er eine Chance, wichtige Erfahrungen zu machen, denn zusammen mit anderen Jugendlichen in seinem Alter soll er sich auf eine Orientierungsreise durch Panelima begeben. Dabei freundet er sich mit Dylan und Elani an. Gemeinsam treffen sie auf Warnungen, die keiner erklärt, und verrücktspielende Pflanzen.

Das sollte allerdings nicht so sein, denn alles ist miteinander verbunden und jeder hat bisher seinen Platz gefunden. Aber was ist mit anderen Kindern, die schier unmögliche Kräfte besitzen, die noch seltsamer sind als Milo?

Der Junge versucht sich jedenfalls durchzubeißen. Doch er bekommt es auch mit dunklen Schatten zu tun und den eigenen traurigen Momenten aus seiner Vergangenheit, die ihn mehr als einmal sichtlich durcheinanderbringen.


Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf Milo und seinen direkten Umkreis, die Jugendlichen müssen nämlich erst einmal lernen, sich zusammenzuraufen und Unterschiede irgendwie zu überbrücken, was natürlich nicht immer gerade einfach ist. Und zudem passieren immer wieder Dinge, die ihr Weltbild erschüttern und natürlich für die Lesenden auch für Spannung sorgen.

Das Ganze ist in eine Welt eingebunden, die von phantastischen Elementen nur so strotzt und sich wie eine Mischung aus Fantasy, Science Fiction und Solarpunk liest. Allerdings bleibt der Hintergrund etwas schwammig und wird nicht allzu sehr ausgearbeitet. Das trifft leider auch auf einige Nebenfiguren zu, die eigentlich mehr Bedeutung haben.

Inhaltlich ist das Buch tatsächlich auf Lesende ab zwölf Jahren ausgerichtet, allerdings wirkt der Stil viel komplexer und ist nicht immer einfach zu erfassen. Alles in allem lässt sich aber sagen, dass die Geschichte schöne Ideen präsentiert, in der Ausführung aber leider nicht immer ganz sicher daherkommt. Aber wenn man Spaß an einer ganz eigenen Fantasy-Welt mit Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden hat, dann sollte man ruhig einen Blick riskieren.

„Die unsichtbare Farbspur“ punktet durch eine liebenswerte Erzählweise, eine durchaus interessante Welt und ungewohnte Abenteuer. In der Ausführung gibt es allerdings ein paar Schwächen, die den guten Eindruck mindern, dennoch hebt sich das Buch deutlich von anderen Geschichten dieser Art ab.