Marie Lu: Red City - Macht hat immer einen Preis (Buch)

Marie Lu
Red City - Macht hat immer einen Preis
Stadt der Alchemisten 1
(Red City, 2025)
Übersetzung: Ulrike Gerstner
Piper, 2026, Paperback, 592 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

„Romeo und Julia“ ist eine der beliebtesten Geschichten der Welt und existiert schon seit es Kunst und Literatur gibt, weil das Drama einfach sehr viel hergibt, auch wenn dabei alle nur an Shakepeare denken mögen. Dass bestimmte Elemente universell sind, zeigt „Red City - Macht hat immer einen Preis“ der erste Band von „Stadt der Alchemisten“ von Marie Lu.


Die Geheimnisse der Alchemie zählen mehr als Geld und Gold, deshalb sind es die Verbrechersyndikate, die sich diese zu eigen gemacht haben und entsprechende Handlanger heranziehen. In ihre Klauen, wenn auch auf unterschiedlichen Seiten, geraten Sam und Ary, die sich als Ausnahmetalente erwiesen haben.

Obwohl sie aus unterschiedlichen Welten stammen, haben sie sich als Kinder kennengelernt und angefreundet, wurden aber grausam auseinandergerissen. Und nun im Erwachsenenalter stehen sie sich mehr oder weniger als Feinde gegenüber. Kann so die Verbundenheit weiter bestand haben, die sie einst miteinander teilten?


Die Romanze ist aber nicht das einzige Thema der Geschichte, tatsächlich bleibt sie lange Zeit erst einmal im Hintergrund, denn die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Helden von der Pike auf.

Immerhin hat gerade Sam es nicht leicht, da ihre Mutter als Einwanderin eher am unteren Ende der Gesellschaft steht. Weil sie aber besondere Talente hat, fällt sie irgendwann gewissen Leuten ins Auge und wird unter deren Fittiche genommen und in die Welt der Syndikate eingeführt, zu denen auch Mord und grausame Folter gehören.

Letztendlich erinnert Vieles an die Mafia-Romanzen, auch Arys Geschichte, denn er steigt auf einem viel höheren Niveau ein.

Andererseits wird auch die magische Seite der Geschichte nicht vergessen, denn die Autorin nimmt sich Zeit, ihre an die irdische Moderne angelehnte Parallelwelt aufzubauen und auch die Alchemie auf eine feste Grundlage zu stellen.

Zudem entwickeln sich die Figuren auf sehr angenehme Art und Weise, sind trotz ihrer Fähigkeiten auch Menschen mit Stärken und Schwächen.

So ist der Roman weitaus mehr als die übliche Dark Romantasy. Denn die Liebesgeschichte bleibt eher im Hintergrund, es geht vielmehr darum, wie die Helden damit zurechtkommen, in was für einer Welt sie leben müssen, weil der Luxus, den sie genießen, auch einen hohen Preis von ihnen fordert.

„Red City - Macht hat immer einen Preis“ mag auf den ersten Blick wie eine Mafia-Romanze mit phantastischen Elementen wirken, ist zum Glück aber weitaus mehr, weil die Liebesgeschichte eher im Hintergrund bleibt und Intrigen und Abenteuer wie auch Charakter-Entwicklung viel wichtiger sind.