Christina Lund: Treibsand (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 01. September 2026 07:15

Christina Lund
Treibsand
Cathrine Birklund 1
(Sort Monsun, 2023)
Übersetzung: Sabine Thiele
Penguin, 2026, Paperback, 320 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Die dänische Autorin Christina Lund weiß, wovon sie schreibt, denn sie hat lange Jahre in Südostasien als Auslandskorrespondentin gearbeitet und vier Jahre in Bangkok gelebt, so dass sie den wichtigsten Handlungsort ihres neuen Romans „Treibsand“ besonders gut kennt. Der ist der Auftakt der „Cathrine Birklund“-Reihe.
Cathrine Birklund war einst eine gefeierte Auslandsreporterin. Doch ein Sprengstoffanschlag in Afghanistan hinterlässt sie als psychisches Wrack. Da hilft es auch nicht, dass sie ein Kind bekommt - die Albträume kehren immer wieder zurück und machen sie vom Alkohol abhängig. Sie verlässt sogar Mann und Kind.
Da kommt es ihr gerade recht, dass ihre thailändische Freundin Pi, sie darum bittet, sie bei einem Fall zu unterstützen. Clara, die Tochter eines dänischen Diplomaten, ist spurlos verschwunden, vielleicht sogar tot. Als Cathrine anfängt, sich genauer umzuhören, merkt sie recht schnell, dass sie in einen tiefen Sumpf voller Intrigen geraten ist.
Es ist ja schon symptomatisch für skandinavische Krimis, dass die Helden meistens eine gebrochene Biographie haben und an Süchten leiden, weil sie oft genug gegen Traumata ankämpfen. Das ist auch bei Cathrine der Fall, denn der Prolog erklärt sehr eindringlich, wie es dazu gekommen ist.
Das macht den Charakter nahbarer, den auch die Mutterschaft nicht wirklich von den Bildern heilen kann, eher im Gegenteil. Tatsächlich braucht die Journalistin wohl eher ordentlich Abstand von allem. Den bekommt sie dann tatsächlich auch durch die gemeinsamen Ermittlungen mit ihrer Freundin. Sie tut das, was sie am besten kann: sich mit Leuten unterhalten und genau hinsehen - was natürlich schon bald zu ersten Hinweisen führt, aber auch Leute auf sie aufmerksam macht.
Die Geschichte wird sehr auf den Charakter konzentriert erzählt, man erfährt seht genau, wie sich Cathrine mit allem fühlt und was sie darüber denkt, aber auch wie sie nach und nach dem Schuldigen auf die Schliche kommt.
Der Fall mag zwar gelöst sein, aber es bleiben noch ein paar Punkte offen, die vermutlich als verbindendes Elemente dienen werden.
Der Roman ist solide und flott erzählt, geht aber auch nicht so sehr in die Tiefe, dass man genau aufpassen muss. Die Geschichte folgt einer recht klassischen Entwicklung und erfüllt alle Erwartungen, die man an Krimis aus Dänemark hat.
„Treibsand“ bietet damit leichte Krimi-Unterhaltung für Zwischendurch, die viele bekannte Elemente verwendet, aber auch genug Eigenständigkeit besitzt, um Leser in den Bann zu schlagen. Das liegt vor allem daran, dass man sich sehr gut in den gebrochenen Charakter der Ermittlerin hineinversetzen kann.