Diablo IV: Die Verschollenen, Matthew J. Kirby (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 27. August 2026 15:35

Matthew J. Kirby
Diablo IV: Die Verschollenen
(Diablo IV: The Lost Horadrim, 2026)
Übersetzung: Andreas Kasprzak
Panini, 2026, Paperback, 336 Seiten, 19,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
„Diablo“ hat bei den Computerspielen schon immer die dunkle Seite der Fantasy abgedeckt. Da die Welt von Dämonen, Untoten, Monstern, Vampiren und anderen finsteren Kreaturen bevölkert ist, steht die Menschheit im ständigen Überlebenskampf. Daher gibt es auch stolze Recken, die sich nur für dieses Ziel einsetzen, Orden wie die Horadrim. Drei von ihnen sind nun auch noch die Helden des Romans, der in das Setting des neuesten Spiels der Reihe einführen soll. Dieser trägt den Titel „Diablo IV: Die Verschollenen“.
Der letzte große Bösewicht Malthael hat das Sanktuarium in Trümmer gelegt und so gibt es nur noch drei Überlebende aus dem einstmals strahlenden Orden der Horadrim. Lorath, Donan und Tyrael versuchen, das Banner hochzuhalten.
Da finden sie heraus, dass vor Jahren eine Expedition der Horadrim auf der Insel Skovos verschollen sein muss. In der Hoffnung noch jemanden lebendig vorzufinden, machen sie sich auf den Weg, auch um dort in die Archivkammer einzudringen, die Hoffnung bieten kann.
Wie man sich denken kann, sind die drei Helden vielen Gefahren ausgesetzt, bis sie überhaupt auf die Insel gelangen und auch dort müssen sie feststellen, dass man Fremden nicht gerade gewogen ist und die Amazonen, die die Macht übernommen haben, ein hartes Regiment über die Menschen der Insel führen. Und natürlich kämpfen die Frauen auch tagtäglich gegen die Untoten, die an die Ufer kommen und stehen Fremden misstrauisch gegenüber, da auch Piraten und Schmuggler oft nichts Gutes im Sinn haben.
Es ist also an den drei Ordenskriegern, das Vertrauen der Amazonen und ihrer Königin zu gewinnen und gleichzeitig der selbstgewählten Mission zu folgen. Um das mit Spannung zu füllen, gibt es jede Menge Intrigen und Action, die allerdings nicht sonderlich in die Tiefe gehen. Das trifft auch auf die Figuren zu, die wohl bewusst so gehalten sind, dass man Archetypen des Spiels wiedererkennen kann. Auch die Landschaft wird nur grob beschrieben, vermutlich um die Leute neugierig auf das Game zu machen. Vermutlich sind auch erste Hinweise und Andeutungen eingestreut worden, die später zu den entsprechenden „Aha“-Momenten führen dürfen.
Heraus kommt ein solide gestrickter Heroic-Fantasy-Roman, der flüssig zu lesen ist, aber nicht unbedingt im Kopf bleibt. Auch Leser, die die Games nicht kennen, dürften ihren Spaß an der leichten Lektüre haben, da die wesentlichen Dinge erklärt werden.
„Diablo IV: Die Verschollenen“ ist ein typischer Prequel-Roman zu einem Game-Franchise, der sich nahtlos in die Welt einfügt, solide Spannung bietet und vermutlich für den erfahrenen Fan auch erste Hinweise auf „Diablo IV: Lord of Hatred“ bietet. Allzu viel Tiefgang sollte man aber weder bei der Handlung noch den Figuren erwarten.