Kyra Grande: Die Krone von Edrath (Buch)

Kyra Grande
Die Krone von Edrath
Krone und Flamme 1
2026, Paperback, 350 Seiten, 14,95 EUR

Rezension von Christel Scheja

Hinter dem Pseudonym Kyra Grande verbergen sich Autorinnen, die auch schon als Emilia Cedwig publiziert haben. Der erste Name aber steht inzwischen vor allem für Jugend-Fantasy in der Teenager-Heldinnen ihre Bestimmung finden. Das ist auch in „Die Krone von Edrath“ der Fall, dem ersten Band der „Krone und Flamme“-Dilogie.


Nach dem Tod ihrer Eltern und ihres Bruders lebt Faylan bei ihrem Onkel und dessen Familie, wird aber behandelt wie eine Dienstbotin. Dennoch träumt sie davon, herauszufinden, wie ihr Bruder und ihre Eltern im Land Obsidian wirklich starben.

Die Gelegenheit scheint zu kommen, als sie mit ihren Verwandten zu dem Turnier reist, bei dem letztes Mal ihr Bruder ums Leben kam. Dort weckt sie überraschend die Neugier der Prinzen des Landes Edrath, aber auch der Abordung aus Obsidian…


Man fühlt sich bei dem Anfang ja schon ein wenig an „Cinderella“ erinnert, denn die Heldin ist auch hier erst einmal nur eine Dienerin, die von ihren Verwandten eher abschätzig behandelt wird. Das ändert sich aber, als sie und der Wasserdrache, den sie als Kind gefunden hat, einem Prinzen auffallen. Und prompt wird sie zu einem Teil des Turniergeschehens, erlebt die Abordnungen aus den anderen Ländern hautnah und wird sogar wider Willen Teil einer Gruppe, die mehr über sie und ihre Familie zu wissen scheint, sind ihre Geheimnisse doch schnell keine mehr.

Nach und nach merkt sie aber auch, dass die nach außen hin hart und grausam wirkenden Obsidianer vielleicht ehrlicher zu ihr sind als die Männer, die Freundlichkeit zeigten. Und schon bald muss sie über sich hinauswachsen, denn immerhin ist auch ihr kleiner Drache mehr als er scheint.

Die Handlung ist vielleicht auf den ersten Blick nicht sonderlich innovativ, die Heldin auch erst einmal ziemlich zurückhaltend und schwach, weil sie sich herumschubsen lässt, ergreift aber nach und nach immer mehr die Initiative und handelt auch aus eigenem Antrieb, was sie nicht mehr so naiv erscheinen und vor allem charakterlich wachsen lässt.

Die anderen Figuren sind gefällig geschrieben, haben genug Profil und Geheimnisse, um interessant zu wirken, gehen aber auch nicht sonderlich in die Tiefe. Schon am Ende sind die Weichen klargestellt, die Lager eingeteilt.

Das Ganze lässt sich dennoch sehr angenehm lesen, die Handlung bleibt bewusst auf einem jugendfreien Niveau, auch wenn natürlich erste romantische Gefühle aufkommen. Aber das Abenteuer selbst steht im Vordergrund, die Figuren wachsen daran. Die Story endet zudem mit einem fiesen Cliffhanger.

Alles in allem mag die Geschichte für erfahrene Leser vielleicht ein wenig zu einfach gestrickt sein, dürfte aber sehr unterhaltsam für Jugendliche ab zwölf Jahren sein, die gerade erst die Fantasy für sich entdeckt haben.

„Die Krone von Edrath“ ist der gelungene Auftakt des Young-Adult-Fantasy-Zweiteilers „Krone und Flamme“, der all die beliebten Elemente des Genres zusammenfasst und in ein unterhaltsames Abenteuer verpackt, in dem vor allem die Charakter-Entwicklung der Heldin im Mittelpunkt steht, aber auch ein märchenhaft-romantischer Hauch mit hineinspielen darf.