Claudia Zentgraf: Iskander und das Geheimnis des Souk al-Warraquin (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 16. August 2026 15:22

Claudia Zentgraf
Iskander und das Geheimnis des Souk al-Warraquin
Titelbild: Vanessa Guerrero
2026, Paperback, 404 Seiten, 16,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Manche Geschichten lesen sich wie ein Abenteuer aus „1001 Nacht“. Das ist vielleicht auch die Intention von Claudia Zentgraf gewesen, als sie für junge Leser ab zwölf Jahren „Iskander und das Geheimnis des Souk al-Warraquin“ geschrieben und veröffentlicht hat.
Eigentlich ist Iskander nur ein einfacher Ziegenhirte aus den Bergen Persiens. Aber er brabbelt seit einiger Zeit immer wieder seltsame unzusammenhängende Worte, die Schaden und ihm Ärger verursachen. Als er dann auch noch eine Ziege blau färbt, reicht es ihm. Er macht sich auf den Weg in die Fürstenstadt Gundishapur, um einen Heiler zu finden, der ihn von diesem Fluch befreien kann.
Aber schon bald muss er feststellen, dass die Sache viel komplizierter ist und nicht nur mit seinen wahren Eltern, sondern auch dem „Tag des Tumults“ zusammenhängt.
Die Autorin entführt mit ihrer Geschichte in ein magisches und exotisches Szenario, das sehr stark an die farbenprächtigen orientalischen Mythen und Sagen erinnert. Deshalb sind auch Dinge wie fliegende Teppiche, Wesen wie Dschinns und merkwürdige Kreaturen für alle Menschen sehr normal.
Mit viel Liebe und Leidenschaft erweckt sie die bunte Welt der Basare und Fürstenstädte zum Leben, führt den Helden und seine Freunde aber auch an gefährliche Orte, an denen sie Rätsel lösen müssen, um endlich dahinterzukommen, warum Iskander so große Sprachschwierigkeiten hat, die leider auch immer wieder üble Wirkungen zeigen.
Und auch wenn sie nichts direkt verortet, so fühlt sich doch Einiges sehr vertraut an, wie die Hängenden Gärten und die Gassen der Stadt, die für den jungen Helden von zentraler Bedeutung ist.
Die Figuren sind durchweg sympathisch und erhalten ordentlich Profil. Denn gerade, weil sie auch Schwächen haben und Fehler machen, dabei aber auch Reue und Unsicherheit zeigen, berühren sie die Lesenden umso mehr. Und gerade Iskander erweist sich nicht als Überflieger, sondern als bodenständiger, ungewöhnlich nachdenklicher Junge, mit dem sich jeder identifizieren kann, egal wie alt er oder sie ist. Zudem dürfen Männer und Frauen relativ gleichberechtigt handeln.
„Iskander und das Geheimnis des Souk al-Warraquin“ erweist sich so als farbenprächtiges und lebendiges Abenteuer vor einer Kulisse, die nicht von ungefähr an „1001 Nacht“ erinnert. Das Abenteuer wird flüssig erzählt, bietet viel Magie, einiges an Überraschungen aber vor allem auch Figuren, die man nur gernhaben kann.