Sophie Kim: Der Gott und der Geist (Buch)

Sophie Kim
Der Gott und der Geist
Fate's Thread 2
(The God and the Gwisin, 2025)
Übersetzung: Nina Lieke
Heyne, 2026, Paperback, 448 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Sophie Kim hat auch im zweiten Band ihrer „Fate’s Thread“-Saga ziemlichen Spaß daran, mit den Elementen zu spielen, die die koreanische Pop-Kultur auch im Westen so beliebt gemacht hat. Gerade in „Der Gott und der Geist“ werden Mythologie und Moderne geradezu frech miteinander vermischt.


Seogka, der Trickstergott, durfte in den Himmel zurückkehren und hat seine Macht wie auch Stellung zurückerhalten, doch glücklich ist er damit nicht, hat er doch seine große Liebe Kim Hani verloren. Allerdings ist das nicht für immer, denn die Füchsin wird wiedergeboren.

Obwohl weiterhin der rote Schicksalsfaden zwischen den beiden besteht, hat die Gumiho doch ihre Erinnerung verloren und fristet nun ihr Dasein als Zimmermädchen auf einem Luxusliner. Sie trägt nun den Namen Yoo Kisa.

Da Seogka die Suche nicht aufgibt, findet er sie wieder, doch bevor er die Gelegenheit bekommt, ihre Erinnerungen zu wecken, geschieht ein ihn ziemlich betreffender Mord, denn der Himmlische Kaiser, ausgerechnet sein Bruder, wird ermordet und das ruft natürlich auch wieder sein Ermittler-Gen an die Oberfläche.

Und nun werden die ganzen Intrigen offensichtlich, die schon lange hinter den Kulissen unter den himmlischen Wesen toben.


Wie man sich denken kann, wandelt sich die Handlung so schnell von der Suche nach der Liebsten zu einem handfesten Krimi, bei dem es bald hoch hergeht.

Allerdings kommt auch die Liebe nicht zu kurz, auch wenn sie den Ermittlungen und anderen Konfrontationen untergeordnet ist. Aber die Zusammenarbeit bringt Yoo Kisa dazu, auch nach und nach ihre Erinnerungen wiederzufinden und zu ihrer alten Kraft als Kim Hani zurückzufinden.

Tiefschürfende Einblicke in die Figuren gibt es allerdings nicht. Die Charaktere entsprechen zumeist ihren Archetypen, gerade einmal Seogka und Yoo Kisa bekommen etwas mehr Profil.

Das Ganze wird flott und mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt. Die Autorin hat ihren Spaß daran, auch augenzwinkernde Seitenhiebe auf K-Pop und andere Elemente der koreanischen Pop-Kultur zu verteilen. Heraus kommt dabei ein unterhaltsamer und kurzweiliger Roman, der auch für westliche Leser verständlich ist, die sich in dem Bereich nicht so gut auskennen.

„Der Gott und der Geist“ setzt die „Fate’s Thread“-Reihe angemessen fort und erzählt eine locker-leichte Geschichte, die bewusst mit der im Westen gerade so beliebten koreanischen Pop-Kultur und Mythologie spielt und das alles in eine romantisch angehauchte Kriminalgeschichte verpackt.