Santa Montefiore: Das Geheimnis des Mondgartens (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 30. Juli 2026 07:15

Santa Montefiore
Das Geheimnis des Mondgartens
Die Zeitreisende 1
(Shadows in the Moonlight, 2024)
Übersetzung: Sophie Ventura
Goldmann, 2026, Taschenbuch, 510 Seiten, 14,00 EUR
Rezension von Gunther Barnewald
Die Familie Talwyn, bestehend aus Vater Bruce, Mutter Olivia und dem 15jährigen Zach und der 13jährigen Tabitha, ziehen nach Cornwall, wo sich die Eltern ein altes Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert zugelegt haben. Zu aller Überraschung hatte Bruce die Immobilie, St. Sidwell Manor, geerbt, obwohl er gar nicht genau weiß, wie er mit der letzten Besitzerin der Familie Pengower, die vor Kurzem verstorben ist und deren Familie dieses Haus dereinst erbauen ließen, verwandt ist.
Erst wollen Bruce und Olivia das riesige alte Gebäude verkaufen, verlieben sich aber bei einem Besuch dort so sehr in die Immobilie und das riesige Grundstück darum herum, dass sie beschließen, es instandsetzen zu lassen und selbst zu bewohnen. Neben dem verwilderten riesigen Garten gehört auch eine alte Kapelle und daran angeschlossen ein alter Friedhof, auf dem nur Mitglieder der Familie Pengower beerdigt sind, zu diesem Besitz.
Trotz des netten Personals vor Ort (eine ältere Hauswirtschafterin, die auch als Köchin dient, und deren Sohn, der als Gärtner und Hausmeister arbeitet), merken die Talwyns bald, dass etwas mit dem Gebäude nicht zu stimmen scheint. Meist ist es viel zu kalt in den Räumlichkeiten und nachts hört man eine Frau schluchzen und weinen.
Eine im alten Herrenhaus zu Besuch angereiste Tante der Talwyns konstatiert sehr schnell ein Gespenst in den Räumlichkeiten, zumal im Jahr 1895 ein etwa sechsjähriger Junge der Familie Pengower spurlos verschwunden ist.
Zum Glück kennt die Tante ein übersinnlich begabtes Medium, die sich Pixie nennt, und die in der Lage ist, mental in die Vergangenheit zu reisen, dort den Körper einer sich neu im Dienst der Familie Pengower befindlichen Gouvernante zu übernehmen und so dem längst vergessenen Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen.
Zwar wird die junge Pixie von der Familie erst sehr misstrauisch beäugt, es gelingt ihr jedoch tatsächlich rein psychisch ins Jahr 1895 vorzustoßen und dort dem Fall des verschwundenen Jungen nachzugehen...
Die vorliegende Geschichte ist zwar nicht ganz klischeefrei, jedoch wunderbar erzählt und atmosphärisch dicht entwickelt.
Neben den glaubwürdigen Charakteren ist vor allem der hier geschilderte Fall des verschollenen Jungen hoch spannend erdacht und erzählt.
So verbindet das vorliegende Buch eine tolle Grusel-Geschichte mit einem Kriminalfall, der gegen Ende mehr als nur eine Wendung nimmt.
Die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere (gute wie böse oder auch welche zwischendrin) sind dabei neben Spannungsgehalt und packender Atmosphäre die Prunkstücke dieser Geschichte.
Zwar klingt nicht alles wirklich glaubwürdig erdacht (so verliert die Person in der Vergangenheit, die Pixie gerade übernommen hat, völlig ihre Erinnerungen an diese Zeit und weiß hinterher gar nicht mehr, was überhaupt passiert ist in diesen etwa 11 Tagen; eine etwas schwierige Voraussetzung für die arme, betroffene Gouvernante, die aber trotzdem hinterher nahtlos weiter funktionieren soll) und der eine oder andere Plot erscheint unglaubwürdig.
Liest man die Geschichte jedoch nur als toll erzählte Unterhaltungsliteratur, dann ist das vorliegende Buch für alle Fans gediegener, nicht zu blutiger Grusel-Literatur jedoch ein wahres Fest und absolut empfehlenswert, denn die Autorin lässt nicht nur die Gegenwart, sondern auch das Jahr 1895, hervorragend lebendig werden vor den Augen der Lesenden. Zudem ist der Spannungsbogen großartig verteilt über die ganze Geschichte und lässt so zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen.
Endlich mal ein Buch, das nicht um viele Seiten zu voluminös geraten ist!