Lunar New Year Love Story (Comic)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 27. Juli 2026 18:02

Lunar New Year Love Story
(Lunar New Year Love Story, 2024)
Text: Gene Luen Yang
Titelbild & Zeichnungen: LeUyen Pham
Übersetzung: Stephanie Pannen
Cross Cult, 2026, Hardcover, 352 Seiten, 35,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Gene Luen Yang und LeUyen Pham sind beide Amerikaner, die in zwei Kulturen aufgewachsen sind und das in so einigen ihrer Werke sogar zum Thema machen, vor allem der erstgenannte Autor, der auch als einer der fünf nationalen Botschafter für Jugendliteratur bekannt ist und für sein Werk „American Born Chinese“ ausgezeichnet wurde. Die 2024 erschienene Geschichte „Lunar New Year Love Story“ erhielt drei Eisner Awards.
Als Kind hat Val immer an die Liebe geglaubt und vor allem an ihrem Namenstag viele Briefe und Botschaften verschenkt. Aber als Teenager wird sie eines Tages auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn sie muss durch ihre Großmutter, die wieder in ihrem Leben auftaucht, erfahren, dass ein Fluch über ihrer Familie liegt, der verhindert, dass sie glücklich lieben können.
Dennoch lässt sich Val auf das Abenteuer ein, ein paar Löwentänzern zuzuschauen, als sie schon beschlossen hat, der Liebe abzuschwören. Aber dieser Schwur gerät ins Wanken, als sie sich in einen der Jungs verguckt, die ebenfalls Interesse an ihr zeigen. Und so beginnt ein Jahr voller Liebe und Unsicherheit, an dessen Ende sie sich endgültig entscheiden wird.
Hinter dem Comic steckt mehr als eine reine Liebesgeschichte, die vielleicht auch noch verspielt und romantisch leichtfüßig daherkommt. Denn auch wenn der Anfang zunächst so etwas suggeriert, werden doch bald auch schon ernste Themen angesprochen, die es in sich haben. Und so setzt schnell ein Wandel ein, der mehr als einmal schlucken lässt.
Denn mit dem Ende der Kindheit erfährt Val auch so Einiges über ihre Familie und die Geheimnisse, die ihr Vater und ihre Großmutter vor ihr verborgen haben. Das sitzt tief und lässt sie verzweifeln, auch im Glauben. Und so beginnt sie an der Liebe selbst zu zweifeln. Sie beschließt, diese von nun an zu verleugnen.
Das wird aber auf eine harte Probe gestellt, als sie bei einem Festival jemanden kennenlernt und gleich zwei Jungs an ihr Interesse zeigen. Und so beginnt ein heftiges Auf und Ab, ein Kampf mit den Selbstzweifeln und Ängsten, die hier durch einen Geist, den nur sie sehen kann, verkörpert wird. Und das sorgt immer wieder für Missverständnisse.
Und doch ist es gerade ihr Umfeld, das sie jedes Mal zum Nachdenken bringt und ihre Entscheidungen überdenken lässt.
Das Ganze ist sehr feinfühlig und lebensnah in Szene gesetzt, bietet so Einiges an Überraschungen und bleibt doch immer nahe an den Figuren und dem normalen Leben im Amerika. Vor allem junge Leser werden sich in den Figuren wiederfinden können.
Man versteht deshalb auch immer besser, warum der Comic letztendlich ausgezeichnet wurde und was ihn so besonders macht. Denn die Geschichte - so augenzwinkernd sie auch erzählt werden mag -, hat auch ein paar sehr berührende Momente, die ihn unvergesslich machen. Zugleich gibt sie auch interessante Einblicke in die koreanische und vietnamesische Kultur.
„Lunar New Year Love Story“ ist ein Comic, der zurecht mehrfach ausgezeichnet wurde, denn die Künstler fangen wie keine anderen das Lebensgefühl von Teenagern zwischen den Kulturen ein und erzählen zudem eine zu Herzen gehende Familiengeschichte, die vielleicht nicht einmal so selten ist. Und das auf eine angenehm unaufgeregte und lebensnah-glaubwürdige Art.