James A. Sullivan: Das Lied der letzten Reise (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 03. Juli 2026 14:19

James A. Sullivan
Das Lied der letzten Reise
Piper, 2026, Paperback, 416 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
James A. Sullivan gehört, seit er zusammen mit Bernhard Hennen „Die Elfen“ verfasste und später auch eigene Romane in anderen Welten verfasste, zu den großen Autoren der deutschen Fantasy. Nun legt er mit „Das Lied der letzten Reise“ einen Roman vor, der einmal nicht episch und dramatisch ist, sondern eher ruhig daherkommt.
Der Schwertmagier Garelun ist es müde geworden, auf Abenteuer auszuziehen und die Welt zu retten, zumal auch viele seiner früheren Gefährten nicht mehr da sind. Nach dem letzten Kampf entscheidet er sich dafür, sich in einer netten Stadt am Meer zur Ruhe zu setzen.
Auf dem Weg dahin sammelt er sich noch einige Besitztümer und Artefakte zusammen, mit denen er seinen Lebensabend absichern will. Aber das weckt natürlich die Begehrlichkeiten anderer, die ihm Übles wollen.
Aber das ist nicht alles, was ihn beschäftigt, denn er hofft nun endlich die Zeit zu haben, sich mehr um seine ehemalige Kampfgefährtin Melriku zu kümmern, für die er schon seit Langem Gefühle hegt.
Das alles sind Zutaten, die man vor allem aus einem Genre der Fantasy kennt, das im Moment ebenfalls sehr beliebt ist: Heimelige und ruhige Geschichten, in denen vor allem das zwischenmenschliche Miteinander und ein Hauch von Magie im Mittelpunkt stehen, garniert mit genug Abenteuer, um Spannung zu bieten. Und was eignet sich dazu nicht besser, als einen Helden zu nehmen, der nicht nur einiges an wertvollen Stücken, sondern viele Erinnerungen mit sich herumschleppt, nicht mehr wirklich kämpfen will und andere Wege sucht, um sich mit seinen Feinden oder irgendwelchen Dieben auszusöhnen.
Das versucht der Autor in seinem Roman zu erzählen, allerdings bekommt er nicht so ganz die Kurve, denn man wird das Gefühl die ganze Zeit nicht los, dass das Ganze aus einem größeren Kontext gerissen wurde. Wer nur dieses Buch liest, fühlt sich deshalb ein wenig alleingelassen.
Zudem kommt die Handlung auch nicht wirklich voran und hat so Einiges an Längen, was auch die Figuren nicht wirklich ausbügeln können, denn den meisten Lesern dürften der Schwertmagier und seine Freunde durch die Vielzahl an Begegnungen eher blass erscheinen, wirkliche Tiefe erlangt nichts und niemand.
Das Buch ist immerhin ganz nett geschrieben und hat auch in sich geschlossenes Ende.
„Das Lied der letzten Reise“ soll eigentlich Cozy Fantasy bieten und hat dafür gute Ansätze, allerdings schafft es der Autor nicht, eine Bindung zwischen Figuren und Lesern zu schaffen, zudem kommt die Geschichte selbst nur schleppend voran und hat gerade im Mittelteil deutliche Längen, was den Genuss sichtlich mindert.