Tasha Suri: Das Oleander-Schwert (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 05. Juni 2026 11:51

Tasha Suri
Das Oleander-Schwert
Die Brennenden Reiche 2
(The Oleander Sword, 2022)
Übersetzung: Katrin Lechtermann
Titelbild: Fabryka Slow
Karten: Tim Paul
Cross Cult, 2026, Paperback, 704 Seiten, 20,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Romantasy wird überwiegend von den üblichen Mann-Frau-Paaren geprägt, Queerness ist da eher selten und noch weniger ist die leidenschaftliche Liebe zwischen zwei Frauen zu finden. Zu den löblichen Ausnahmen gehört die Reihe um „Die Brennenden Reiche“ von Tasha Suri, deren zweiter Band „Das Oleander-Schwert“ nun erschienen ist.
Malini und Priya lernten sich in einem abgelegenen Felsentempel kennen. Erstere wurde von ihrem Bruder in die Einsamkeit verbannt, um ihm nicht länger im Weg zu sein und letztere stammt eigentlich aus dem Dorf, erkennt aber schon bald, dass ihr Schicksal nicht das einer Dienerin ist.
Als designierte Kaiserin, die sich den Thron noch zurückerobern muss, und als Tempelälteste trennen sich die beiden jungen Frauen nach Monaten, in denen sie sich kennen und lieben lernten. Doch das Schicksal führt sie im Krieg wieder zusammen, und das wird zu einer Bewährungsprobe für ihre Gefühle…
Angesiedelt ist die Handlung in einer Welt, die dem südasiatischen Raum nachempfunden ist. Frauen haben in dieser Welt nicht viel zu sagen und man entledigt sich der Witwen und überzähligen Töchter gerne, indem man deren Verbrennung bei lebendigem Leib zur Religion erhebt. Malini entstammt dieser aggressiven Kultur, die auch andere Länder unter ihre Knute gezwungen hat.
Aber da sich ihr Bruder als unfähiger Tyrann erweist, findet sie nun genügend Verbündete, um einem Krieg um den Thron anzuzetteln und sich in der Männerwelt dann doch noch zu behaupten, wenn vielleicht auch zu einem hohen Preis.
Priya indessen ist eine enge Verbindung mit den mystischen Kräften ihrer Heimat eingegangen, um ihr Volk vor der sogenannten Fäulnis zu retten. Dennoch folgt sie dem Ruf Malinis, erhofft sie sich dadurch doch auch noch mehr für ihre eigenes Volk.
Das Geschehen wird sehr detailliert in Szene gesetzt. Während die Autorin die Kämpfe eher kurz abhandelt, stehen Intrigen und Beziehungen, aber auch die Magie im Mittelpunkt. Dennoch kommen Abenteuer und Hintergrund nicht zu kurz. Man mag zwar Szenen wie aus einem Bollywood-Film vor Augen haben (wenn auch ohne Tanz und Gesang), aber das schafft die passende Atmosphäre.
Zudem entwickeln sich auch die beiden Hauptfiguren interessant weiter, wachsen an ihren Aufgaben und Herausforderungen, die letztendlich auch sie beide in ihrer Liebe glaubwürdig auf die Probe stellen. Und natürlich gibt es auch die eine oder andere dezent geschilderte intime Szene, um das Ganze abzurunden.
„Das Oleander-Schwert“ führt die Trilogie um „Die Brennenden Reiche“ interessant und spannend weiter fort. Diesmal schafft es die Autorin besser, eine gute Balance zwischen Beziehungsgeplänkel und Abenteuer zu halten, auch die Handlung wird kurzweilig weitergeschrieben und stellt auf allen Ebenen interessante Weichen für den Abschlussband.