Richard Swan: Grave Empire (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 31. Mai 2026 09:39

Richard Swan
Grave Empire
Die letzte Prophezeiung 1
(Grave Empire - The Great Silence 1, 2025)
Übersetzung: Simon Weinert
Piper, 2026, Paperback, 656 Seiten, 20,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Mit seiner neuen Trilogie „Die letzte Prophezeiung“ kehrt Richard Swan auf die Welt zurück, in er auch schon „Die Chroniken von Sova“ spielte. Viele Jahre danach setzt „Grave Empire“ an.
Das Reich des Wolfes ist zur Ruhe gekommen und eine gut geölte Maschinerie, in der alles ganz gut zu laufen scheint - sieht man einmal von gewissen Schwierigkeiten an den Grenzen ab. Deshalb ist der Soldat Peter Kleist auch nicht gerade begeistert davon, in den Norden versetzt zu werden, denn er ahnt Schlimmes. Seine Erwartungen werden leider übertroffen.
Zur selben Zeit tauchen zwei ketzerische Mönche in der Hauptstadt auf und überbringen der Kaiserin eine besorgniserregende Botschaft. Der Verlust des Kontaktes zu den Geistern des Jenseits leitet nach Sicht einer alten Prophezeiung das Ende aller Tage ein. So erhält die unerfahrene Beamtin Renata Rainer eine wichtige Mission: Sie soll ein altes Meeresvolk kontaktieren, das noch mehr über die alte Weissagung weiß und diese besser einordnen kann.
Doch ihre Reise führt ausgerechnet durch Kriegsgebiet, was dieser Handlungsebene erlaubt, zumindest politisch und gesellschaftlich ein paar wichtige Weichen zu stellen.
Aber auch der Weg von Peter Kleist ist von düsteren Erfahrungen begleitet, die dem Leser deutlich machen, dass die Prophezeiung vermutlich noch mehr vorangeschritten ist, als jeder ahnt. Er bekommt das sogar am eigenen Leib zu spüren.
Man merkt, dass Peter Swan sehr klare Vorstellungen von seiner Handlung und den angenehm bodenständigen Figuren hat und viel von seinen eigenen Erfahrungen mit Soldaten einfließen lässt. Denn die Charaktere sind ausgesprochen facettenreich und zeigen auch Schwächen, haben Angst und machen Fehler, so dass sie noch in ihre Rollen hineinwachsen dürfen.
So werden in diesem Auftaktband wichtige Weichen für die Fortsetzung gestellt, der Schauplatz für die Bedrohung bereitet, die am Ende des Buches in einem Cliffhanger buchstäblich vor der Tür steht.
Das Einzige, was bei der Geschichte ein wenig auf der Strecke bleibt, ist der Hintergrund. Denn gerade Kulturen und Gesellschaft werden allenfalls am Rande erwähnt und bleiben so ziemlich schwammig. Dafür hat man die Figuren und ihr direktes Umfeld durch die intensive Interaktion genauer vor Augen.
„Grave Empire“ taucht in ein neues Zeitalter Sovas ein und konfrontiert das Reich wie auch die neuen Helden mit einer neuen gefährlichen Bedrohung, deren Ankunft sorgfältig vorbereitet wird. Das Grimdark-Abenteuer setzt wie auch schon frühere Romane Swans auf intensive Interaktionen und Intrigen, aber auch dunkle Rätsel, die gelöst werden müssen, ebenso wie einen guten Schoss Horror.