Loving Reaper: Hiraeth - Und wir blieben zurück (Comic)

Jenny Jinya
Loving Reaper: Hiraeth - Und wir blieben zurück
Übersetzung: Jenny Hefczyc
Panini, 2026, Hardcover, 244 Seiten, 29,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Bereits mit ihren ersten „Loving Reaper“-Geschichten wurde Jenny Hefczyk unter ihrem Pseudonym Jenny Jinya nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland bekannt. Sie erreicht auch heute noch mit ihren berührenden Geschichten so manche Lesende. Deshalb erscheint nun nach einigen Jahren auch ein zweiter Band mit Erzählungen: „Loving Reaper: Hiraeth - Und wir blieben zurück“.


Nicht nur die Menschen, manchmal zieht es auch die Haustiere selbst zu den Menschen zurück, mit denen sie eine innige Liebe verbindet. Doch wie so oft gibt es auch jene, die grausam und brutal handeln und durch die der Tod vielleicht zu einer Erlösung wird.

Der Tod ist immer dann zur Stelle, wenn das Ende gekommen ist. Er begleitet die verletzten, geschundenen und manchmal auch verwirrten Seelen beim Übergang und hilft ihnen, loszulassen - dabei erlaubt er ihnen jedoch, sich so viel Zeit dafür zu nehmen, wie sie brauchen.


Und während die Künstlerin dem Tod den Schrecken nimmt und diesen sogar zu einem freundlichen und liebenswerten Helfer in diesen schweren Stunden werden lässt, spart die sie doch nicht an Kritik. Denn sie zeigt auch, wie grausam Menschen sein können - sei es nun, weil sie einen Hund nicht im Haus haben wollen oder eben auch mit einer fingierten Tierrettung Views schinden.

Unaufdringlich, aber dennoch deutlich macht Jinya auf die Grausamkeiten aufmerksam, die manche Menschen wissentlich, viele aber auch unwissentlich begehen. Angefangen mit denen, die Haien die Flossen abschneiden und die noch lebenden Tiere zurück ins Meer werfen. Oder einfach nur, wenn sie Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen, die in der Nahrungskette großen Schaden anrichten. Haus und Wildtiere kommen dabei zu Wort - die kleinen Geschichten mahnen und trösten zugleich.

Das trifft auch bei denen zu, in denen Haustiere eine wichtige Rolle spielen. Hier darf auch Trauer einen größeren Raum einnehmen.

Dies führt zu einer ebenso abwechslungsreichen wie stimmungsvollen Sammlung, die von Anfang bis Ende einfach nur berührt.

„Loving Reaper: Hiraeth - Und wir blieben zurück“ mag zwar wie der Vorgänger zunächst niedlich und naiv erscheinen, ist aber genau das Gegenteil, denn der Künstlerin gelingt es auf warmherzige und gefühlvolle Weise auf das aufmerksam zu machen, was wir Menschen immer noch anrichten. Die wichtigen Botschaften sind treffend, aber auch feinsinnig verpackt und erreichen so vielleicht das Gewissen mehr als man denkt, vor allem das jüngerer Leser.